Sale: 605 / Day Sale, June 13. 2026 in Munich → Lot 126000392
126000392
Sam Francis
Untitled, 1992.
Acrylic on paper
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 93,600 - 140,400
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000392
Sam Francis
Untitled, 1992.
Acrylic on paper
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 93,600 - 140,400
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Sam Francis
1923 - 1994
Untitled. 1992.
Acryl auf Papier.
Verso signiert sowie von fremder Hand mit "SF92-27" bezeichnet und mit dem Stempel "The Sam Francis Estate". Auf Japan, original auf dünnem Karton aufgezogen. 101,6 x 152,4 cm (40 x 60 in), blattgroß.
[MH].
• Sam Francis par excellence: schwebende Leichtigkeit und Dynamik der Farbe in großem Format.
• Der Künstler zählt zu den amerikanischen Künstlern, die sich in ihren Arbeiten einer eher lyrisch orientierten Form des Abstrakten Expressionismus verschreiben.
• Vergleichbare Papierarbeiten von Francis befinden sich u. a. im Museum of Modern Art, New York, im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, und in der Tate Modern, London.
Die Arbeit ist bei der Sam Francis Foundation, Glendale/Kalifornien, unter der Nummer "SF92-27" registriert und ist im Online Catalogue Raisonné verzeichnet.
PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers (bis 1994).
Galerie Delaive, Amsterdam.
Privatsammlung Belgien.
Galerie Sander, Darmstadt.
Privatsammlung Österreich (1998, vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Österreich (2025 durch Erbschaft vom Vorgenannten).
AUSSTELLUNG: Recent Paintings on Paper by Sam Francis, André Emmerich Gallery, New York, 7.6.-15.7.1994.
Sam Francis, Gallery Delaive, Amsterdam, 19.10.-23.11.1997, m. Abb. S. 53.
Sam Francis. Aquarelle, Gouachen und Tuschen aus allen Schaffensphasen, Galerie Sander, Darmstadt, 3.4.-23.5.1998, Kat.-Nr. 44.
Sam Francis, Galerie Pascal Retelet, Saint-Paul-de-Vence, 1.4.-30.6.1999.
1923 - 1994
Untitled. 1992.
Acryl auf Papier.
Verso signiert sowie von fremder Hand mit "SF92-27" bezeichnet und mit dem Stempel "The Sam Francis Estate". Auf Japan, original auf dünnem Karton aufgezogen. 101,6 x 152,4 cm (40 x 60 in), blattgroß.
[MH].
• Sam Francis par excellence: schwebende Leichtigkeit und Dynamik der Farbe in großem Format.
• Der Künstler zählt zu den amerikanischen Künstlern, die sich in ihren Arbeiten einer eher lyrisch orientierten Form des Abstrakten Expressionismus verschreiben.
• Vergleichbare Papierarbeiten von Francis befinden sich u. a. im Museum of Modern Art, New York, im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, und in der Tate Modern, London.
Die Arbeit ist bei der Sam Francis Foundation, Glendale/Kalifornien, unter der Nummer "SF92-27" registriert und ist im Online Catalogue Raisonné verzeichnet.
PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers (bis 1994).
Galerie Delaive, Amsterdam.
Privatsammlung Belgien.
Galerie Sander, Darmstadt.
Privatsammlung Österreich (1998, vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Österreich (2025 durch Erbschaft vom Vorgenannten).
AUSSTELLUNG: Recent Paintings on Paper by Sam Francis, André Emmerich Gallery, New York, 7.6.-15.7.1994.
Sam Francis, Gallery Delaive, Amsterdam, 19.10.-23.11.1997, m. Abb. S. 53.
Sam Francis. Aquarelle, Gouachen und Tuschen aus allen Schaffensphasen, Galerie Sander, Darmstadt, 3.4.-23.5.1998, Kat.-Nr. 44.
Sam Francis, Galerie Pascal Retelet, Saint-Paul-de-Vence, 1.4.-30.6.1999.
Sam Francis entwickelt eine unverwechselbare Bildsprache, in der Farbe und Raum in einen spannungsvollen Dialog treten. Seine Werke zählen zum lyrischen Abstrakten Expressionismus – weniger impulsiv als das Action-Painting, dafür geprägt von der Poesie der Farbkomposition. Für Francis wird Farbe zur energetischen Kraft, die sich im Bildraum entfaltet: leuchtende Inseln, transparente Bahnen, eine dynamische Balance zwischen Verdichtung und freiem Raum. Besonders in seinen reifen Werken, wie dem vorliegenden Gemälde, zeigt sich sein virtuoser Umgang mit chromatischer Modulation. Das Weiß der Leinwand ist kein neutraler Hintergrund, sondern aktives Mittel, das die Intensität der Farben verstärkt.
Francis’ künstlerischer Werdegang beginnt in den späten 1940er Jahren in Kalifornien, wo er bei Mark Rothko und Clyfford Still studiert. Doch erst sein Umzug nach Paris 1950 wird zum Wendepunkt: An der Académie Léger und im Kreis der europäischen Avantgarde entwickelt er eine eigene Formensprache. Seine erste Einzelausstellung 1952 und die Teilnahme an der MoMA-Schau "Twelve Americans" (1956) machen ihn international bekannt.
In dieser Phase vollzieht sich ein stilistischer Bruch: Statt monochromer Flächen entstehen nun "Farbinseln" – leuchtende, organische Formen auf weißem Grund. Francis löst sich vom dichten Farbauftrag seiner Lehrer und entdeckt die Transparenz und Fließfähigkeit der Farbe. Sein kalligrafischer Duktus verrät den Einfluss östlicher Kunst, den er ab 1957 auf Reisen nach Indien, Thailand und Japan vertieft.
1962 kehrt Sam Francis nach Kalifornien zurück und entwickelt in den 1960er Jahren eine eigene Form des gestischen Farbauftrags. Inspiriert von Jackson Pollocks Drip Paintings, lässt er Acryl- und Aquarellfarben in kreisenden, spritzenden Bewegungen über die Leinwand fließen. Doch anders als Pollock belässt er große weiße Flächen als Gegenpol zu den dynamischen Farbströmen.
Sein Spätwerk, zu dem auch das vorliegende Gemälde zählt, ist geprägt von einer neuen Expressivität: Die Farben wirken dichter, fast greifbar und sprengen den Bildraum, die transparente Schichtung der Acrylfarbe erzeugt hingegen eine Lichtdurchlässigkeit, die an japanische Papierarbeiten erinnert.
Während Zeitgenossen wie Rothko oder Still die Farbe als tragische oder erhabene Substanz inszenieren, begreift Francis sie als lebendige Energie. Sein Werk ist weder reine Gestenmalerei noch kühle Farbtheorie, sondern eine Poesie der Materie, in der sich Spontanität und Präzision, zu einer Farbexplosion verbinden.
Bis zu seinem Tod 1994 bleibt Francis ein Suchender – ein Künstler, der die Grenzen der Abstraktion immer wieder neu auslotet. Seine Bilder sind keine statischen Kompositionen, sondern freie Inszenierungen, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. In einer Zeit, in der Kunst oft zwischen konzeptueller Kälte und expressiver Überladung schwankt, wirkt Francis’ Werk wie ein Gegenentwurf: eine Malerei, die uns daran erinnert, dass Farbe mehr ist als Pigment – sie ist Licht, Bewegung und Leben. [MH]
Francis’ künstlerischer Werdegang beginnt in den späten 1940er Jahren in Kalifornien, wo er bei Mark Rothko und Clyfford Still studiert. Doch erst sein Umzug nach Paris 1950 wird zum Wendepunkt: An der Académie Léger und im Kreis der europäischen Avantgarde entwickelt er eine eigene Formensprache. Seine erste Einzelausstellung 1952 und die Teilnahme an der MoMA-Schau "Twelve Americans" (1956) machen ihn international bekannt.
In dieser Phase vollzieht sich ein stilistischer Bruch: Statt monochromer Flächen entstehen nun "Farbinseln" – leuchtende, organische Formen auf weißem Grund. Francis löst sich vom dichten Farbauftrag seiner Lehrer und entdeckt die Transparenz und Fließfähigkeit der Farbe. Sein kalligrafischer Duktus verrät den Einfluss östlicher Kunst, den er ab 1957 auf Reisen nach Indien, Thailand und Japan vertieft.
1962 kehrt Sam Francis nach Kalifornien zurück und entwickelt in den 1960er Jahren eine eigene Form des gestischen Farbauftrags. Inspiriert von Jackson Pollocks Drip Paintings, lässt er Acryl- und Aquarellfarben in kreisenden, spritzenden Bewegungen über die Leinwand fließen. Doch anders als Pollock belässt er große weiße Flächen als Gegenpol zu den dynamischen Farbströmen.
Sein Spätwerk, zu dem auch das vorliegende Gemälde zählt, ist geprägt von einer neuen Expressivität: Die Farben wirken dichter, fast greifbar und sprengen den Bildraum, die transparente Schichtung der Acrylfarbe erzeugt hingegen eine Lichtdurchlässigkeit, die an japanische Papierarbeiten erinnert.
Während Zeitgenossen wie Rothko oder Still die Farbe als tragische oder erhabene Substanz inszenieren, begreift Francis sie als lebendige Energie. Sein Werk ist weder reine Gestenmalerei noch kühle Farbtheorie, sondern eine Poesie der Materie, in der sich Spontanität und Präzision, zu einer Farbexplosion verbinden.
Bis zu seinem Tod 1994 bleibt Francis ein Suchender – ein Künstler, der die Grenzen der Abstraktion immer wieder neu auslotet. Seine Bilder sind keine statischen Kompositionen, sondern freie Inszenierungen, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. In einer Zeit, in der Kunst oft zwischen konzeptueller Kälte und expressiver Überladung schwankt, wirkt Francis’ Werk wie ein Gegenentwurf: eine Malerei, die uns daran erinnert, dass Farbe mehr ist als Pigment – sie ist Licht, Bewegung und Leben. [MH]
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