Sale: 604 / Rare Books, May 18. 2026 in Hamburg → Lot 425000746
425000746
Albert Einstein
3 masch. Briefe m. U. an Prof. Ludwig Hopf, Mathematiker, 1932-1933.
Estimate: € 3,000 / $ 3,540
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
425000746
Albert Einstein
3 masch. Briefe m. U. an Prof. Ludwig Hopf, Mathematiker, 1932-1933.
Estimate: € 3,000 / $ 3,540
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Albert Einstein
3 maschinenschriftliche Briefe mit eigenhändiger Unterschrift "A. Einstein". Caputh bei Potsdam, 25. Juni und 8. September 1932 (mit gedrucktem Briefkopf), sowie [De Haan], 16. Mai 1933. Zus. 3 Seiten. Ca. 28 : 22 cm.
Einzigartiges Zeugnis der intellektuellen Freundschaft zwischen Albert Einstein und dem Mathematiker Ludwig Hopf aus den entscheidenden Monaten vor und kurz nach der Emigration. Die Briefe von 1932-1933 offenbaren kosmologische Revolutionen, persönlichen Humor und Einsteins frühe Warnungen vor dem NS-Terror.
Bedeutende, teils noch in Deutschland verfaßte Briefe Einsteins an seinen früheren Assistenten Ludwig Hopf (1884-1939), den er 1910 an der ETH Zürich kennenlernte und mit dem ihn seit den gemeinsamen Aachener Jahren eine dauerhafte wissenschaftliche und persönliche Beziehung verband. Die Schreiben dokumentieren Einsteins kosmologische Überlegungen, seinen Lebensstil zwischen Vortragsverpflichtungen - und früh seine Sorge um die Zukunft jüdischer Gelehrter im nationalsozialistischen Deutschland.
Im Brief vom 25. Juni 1932 erklärt Einstein den Übergang von einem statischen zu einem expandierenden Weltmodell und verzichtet in dieser "ersten Aproximation" auf kosmologische Konstante und Raumkrümmung: "Seitdem man aus den Beobachtungen der Rotverschiebungen der extragalaktischen Nebel weiß, dass die Materie expandiert … kann man den Gleichungen schon ohne \u955 -Glied und ohne Krümmung genügen", sodaß "man über die Existenz einer Raumkrümmung vorläufig nichts aussagen kann". Zugleich gewährt er einen persönlichen Einblick mit typisch lakonischem Humor: "Die guten Berichte über Ihre Kinder freuen mich sehr, besonders auch, dass Sie ans Klavier angespannt werden. Mir gehts auch ähnlich mit meinem jüngsten Sohn, der in der Musik ziemlich modernistisch verseucht ist. Der Ältere hat mich sehr respektlos zum Grosspapa befördert" und klagt über mangelnde Zeit für "Vergnügungs-Eskapaden".
Im Brief vom 8. September 1932 bittet Einstein Hopf um Nachsicht, daß er auf eine Einladung nicht reagiert habe, und verweist auf seine dichte Reisetätigkeit im letzten Jahr der Weimarer Republik: „Zur Entschuldigung kann nur das Nomadenleben dienen, das ich in den letzten Monaten geführt habe. Es ist mir leider ganz unmöglich, die ins Auge gefasste Reihe von Vorträgen zu übernehmen …“ - ein Hinweis auf seine damals bereits internationalen Verpflichtungen, bevor er 1933 Deutschland verließ und im Oktober desselben Jahres endgültig in die Vereinigten Staaten übersiedelte.
Besonders bemerkenswert ist der Brief vom 16. Mai 1933, geschrieben kurz nach Hitlers Machtübernahme und Einsteins Bruch mit deutschen Institutionen. Einstein versucht hier, Hopf - der erst 1939 mit einem Forschungsstipendium nach Cambridge emigrieren konnte und im selben Jahr an das Trinity College Dublin berufen wurde - eine neue berufliche Perspektive zu eröffnen: "Sie sollen populäre Vorlesungen in verschiedenen Ländern und Städten über Relativtätstheorie, die Prinzipien der Hydrodynamik (Theorie des Fliegens), sowie über die Wandlungen der Atomtheorie halten. Dabei verdienen Sie mehr wie als Professor und führen zugleich ein amüsantes Zigeunerleben". Er bietet an, seine internationale Reputation aktiv für Hopf einzusetzen: "Sobald Sie es nur wollen, empfehle ich Sie überall hin, dass man Sie einladen soll."
Vor dem Hintergrund der sich radikalisierenden Verhältnisse äußert Einstein eine scharfe Diagnose der deutschen Entwicklung: "Ich habe Ihre lieben Landsleute immer richtig eingeschätzt … es wird bald gegen die intellektuelle Schicht überhaupt losgehen .. Die Hochschulen sind überall auf den Hund .." und berichtet zugleich von seinem schon damals diskutierten, später nicht realisierten Plan: "Meinen Plan einer jüdischen Flüchtlingsuniversität habe ich so gut wie aufgegeben, weil er wenig Gegenliebe findet". Der Brief schließt mit ganz praktischen Fragen nach Hopfs Sprachkenntnissen ("Wenn nicht, dann büffeln Sie tüchtig"), wodurch sich politischer Ernst und persönlicher Zuspruch charakteristisch mischen.
A unique testimony to the intellectual friendship between Albert Einstein and mathematician Ludwig Hopf during the crucial months before and shortly after Einstein's emigration. The letters from 1932-1933 reveals cosmological revolutions, personal humour, and the intellectual challenges of the time. - 3 typescript letters with autograph signature "A. Einstein", the first two with printed letterhead. Together 3 pp. 28 : 22 cm.
3 maschinenschriftliche Briefe mit eigenhändiger Unterschrift "A. Einstein". Caputh bei Potsdam, 25. Juni und 8. September 1932 (mit gedrucktem Briefkopf), sowie [De Haan], 16. Mai 1933. Zus. 3 Seiten. Ca. 28 : 22 cm.
Einzigartiges Zeugnis der intellektuellen Freundschaft zwischen Albert Einstein und dem Mathematiker Ludwig Hopf aus den entscheidenden Monaten vor und kurz nach der Emigration. Die Briefe von 1932-1933 offenbaren kosmologische Revolutionen, persönlichen Humor und Einsteins frühe Warnungen vor dem NS-Terror.
Bedeutende, teils noch in Deutschland verfaßte Briefe Einsteins an seinen früheren Assistenten Ludwig Hopf (1884-1939), den er 1910 an der ETH Zürich kennenlernte und mit dem ihn seit den gemeinsamen Aachener Jahren eine dauerhafte wissenschaftliche und persönliche Beziehung verband. Die Schreiben dokumentieren Einsteins kosmologische Überlegungen, seinen Lebensstil zwischen Vortragsverpflichtungen - und früh seine Sorge um die Zukunft jüdischer Gelehrter im nationalsozialistischen Deutschland.
Im Brief vom 25. Juni 1932 erklärt Einstein den Übergang von einem statischen zu einem expandierenden Weltmodell und verzichtet in dieser "ersten Aproximation" auf kosmologische Konstante und Raumkrümmung: "Seitdem man aus den Beobachtungen der Rotverschiebungen der extragalaktischen Nebel weiß, dass die Materie expandiert … kann man den Gleichungen schon ohne \u955 -Glied und ohne Krümmung genügen", sodaß "man über die Existenz einer Raumkrümmung vorläufig nichts aussagen kann". Zugleich gewährt er einen persönlichen Einblick mit typisch lakonischem Humor: "Die guten Berichte über Ihre Kinder freuen mich sehr, besonders auch, dass Sie ans Klavier angespannt werden. Mir gehts auch ähnlich mit meinem jüngsten Sohn, der in der Musik ziemlich modernistisch verseucht ist. Der Ältere hat mich sehr respektlos zum Grosspapa befördert" und klagt über mangelnde Zeit für "Vergnügungs-Eskapaden".
Im Brief vom 8. September 1932 bittet Einstein Hopf um Nachsicht, daß er auf eine Einladung nicht reagiert habe, und verweist auf seine dichte Reisetätigkeit im letzten Jahr der Weimarer Republik: „Zur Entschuldigung kann nur das Nomadenleben dienen, das ich in den letzten Monaten geführt habe. Es ist mir leider ganz unmöglich, die ins Auge gefasste Reihe von Vorträgen zu übernehmen …“ - ein Hinweis auf seine damals bereits internationalen Verpflichtungen, bevor er 1933 Deutschland verließ und im Oktober desselben Jahres endgültig in die Vereinigten Staaten übersiedelte.
Besonders bemerkenswert ist der Brief vom 16. Mai 1933, geschrieben kurz nach Hitlers Machtübernahme und Einsteins Bruch mit deutschen Institutionen. Einstein versucht hier, Hopf - der erst 1939 mit einem Forschungsstipendium nach Cambridge emigrieren konnte und im selben Jahr an das Trinity College Dublin berufen wurde - eine neue berufliche Perspektive zu eröffnen: "Sie sollen populäre Vorlesungen in verschiedenen Ländern und Städten über Relativtätstheorie, die Prinzipien der Hydrodynamik (Theorie des Fliegens), sowie über die Wandlungen der Atomtheorie halten. Dabei verdienen Sie mehr wie als Professor und führen zugleich ein amüsantes Zigeunerleben". Er bietet an, seine internationale Reputation aktiv für Hopf einzusetzen: "Sobald Sie es nur wollen, empfehle ich Sie überall hin, dass man Sie einladen soll."
Vor dem Hintergrund der sich radikalisierenden Verhältnisse äußert Einstein eine scharfe Diagnose der deutschen Entwicklung: "Ich habe Ihre lieben Landsleute immer richtig eingeschätzt … es wird bald gegen die intellektuelle Schicht überhaupt losgehen .. Die Hochschulen sind überall auf den Hund .." und berichtet zugleich von seinem schon damals diskutierten, später nicht realisierten Plan: "Meinen Plan einer jüdischen Flüchtlingsuniversität habe ich so gut wie aufgegeben, weil er wenig Gegenliebe findet". Der Brief schließt mit ganz praktischen Fragen nach Hopfs Sprachkenntnissen ("Wenn nicht, dann büffeln Sie tüchtig"), wodurch sich politischer Ernst und persönlicher Zuspruch charakteristisch mischen.
A unique testimony to the intellectual friendship between Albert Einstein and mathematician Ludwig Hopf during the crucial months before and shortly after Einstein's emigration. The letters from 1932-1933 reveals cosmological revolutions, personal humour, and the intellectual challenges of the time. - 3 typescript letters with autograph signature "A. Einstein", the first two with printed letterhead. Together 3 pp. 28 : 22 cm.
Headquarters
Joseph-Wild-Str. 18
81829 Munich
Phone: +49 89 55 244-0
Fax: +49 89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Phone: +49 40 37 49 61-0
Fax: +49 40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Dr. Simone Wiechers / Nane Schlage
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Phone: +49 30 88 67 53-63
Fax: +49 30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Cologne
Phone: +49 221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Hessen
Rhineland-Palatinate
Miriam Heß
Phone: +49 62 21 58 80-038
Fax: +49 62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
We will inform you in time.




