303
Anton Bruckner
Eigh. Brief m. U. an Rud. Weinwurm, Dirigent, 1861.
Estimate: € 4,000 / $ 4,680
303
Anton Bruckner
Eigh. Brief m. U. an Rud. Weinwurm, Dirigent, 1861.
Estimate: € 4,000 / $ 4,680
Anton Bruckner
Komponist, 1824-1896. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Bruckner". Linz, 3. Oktober 1861. 3 1/2 S. Auf Doppelblatt. 27,5 : 22,5 cm.
An den befreundeten Chorleiter und Musikdirektor in Wien, Rudolf Weinwurm (1834-1911).
Bruckner hatte sich um das Direktorat des Salzburger Dommusikvereins beworben. ".. Ich bekam .. mündliche Aufforderungen, nach Salzburg zur Prob-Direction zu reisen, nachdem ich von Schläger, der bei mir war, schon wußte, daß man ihn will. Ich ging daher nicht; u. erst, als ich zum Schluße einen dringenden Brief erhielt u. erfuhr, daß es nur um meine Ehre zu retten galt, entschloß ich mich noch des Nachts Donnerstag den 19. v. M. u. dirigirte Freitag u. Samstag u. fuhr des Nachts wieder retour Hilleprandt [d. i. Franz von Hilleprandt, 1841 Gründer des erwähnten Dommusikvereins und bis zu seinem Tod 1871 dessen Sekretär] hatte sich nämlich beleidigend vor einer Gesellschaft über meine Tüchtigkeit, ja sogar verächtlich ausgesprochen. Womit ich zu kämpfen am Freitag Abends, das bleibt mir unvergeßlich. Es läßt sich leicht denken. Die Mädchen der Sing-Academie waren alle von den Hilleprandtschen gegen mich aufgereizt - es war schrecklich. Doch ich gab nicht nach, u. wurde zuletzt bei meinem Chor (7stimmig Ave Maria) großartig 2 Mal applaudirt .. Über die Besetzung dieser 600 f Stelle dürfte ja sollte ein Roman geschrieben werden. Im September bin ich in Folge zu arger Beleidigungen von der Liedertafel ausgetreten .."
- ZUSTAND: Auf der ersten Seite links oben von fremder Hand numeriert "13". - PROVENIENZ: Aus einer bedeutenden französischen Privatsammlung.
Letter to his friend Rudolf Weinwurm in Vienna, amongst others regarding an application for the directorship of the "Dommusikverein" in Salzburg. Although the postition is already filled, Bruckner is asked (and agrees) to come to Salzburg for a trial conducting session, mainly to maintain his reputation; in which he succeeds, despite considerable lack of cooperation from the female choir members. Autograph letter signed "Bruckner". 3 1/2 pp. On double leaf. 27,5 : 22,5 cm. - Numbered "13" on upper left corner of first page by another hand. Significant French private collection.
Komponist, 1824-1896. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Bruckner". Linz, 3. Oktober 1861. 3 1/2 S. Auf Doppelblatt. 27,5 : 22,5 cm.
An den befreundeten Chorleiter und Musikdirektor in Wien, Rudolf Weinwurm (1834-1911).
Bruckner hatte sich um das Direktorat des Salzburger Dommusikvereins beworben. ".. Ich bekam .. mündliche Aufforderungen, nach Salzburg zur Prob-Direction zu reisen, nachdem ich von Schläger, der bei mir war, schon wußte, daß man ihn will. Ich ging daher nicht; u. erst, als ich zum Schluße einen dringenden Brief erhielt u. erfuhr, daß es nur um meine Ehre zu retten galt, entschloß ich mich noch des Nachts Donnerstag den 19. v. M. u. dirigirte Freitag u. Samstag u. fuhr des Nachts wieder retour Hilleprandt [d. i. Franz von Hilleprandt, 1841 Gründer des erwähnten Dommusikvereins und bis zu seinem Tod 1871 dessen Sekretär] hatte sich nämlich beleidigend vor einer Gesellschaft über meine Tüchtigkeit, ja sogar verächtlich ausgesprochen. Womit ich zu kämpfen am Freitag Abends, das bleibt mir unvergeßlich. Es läßt sich leicht denken. Die Mädchen der Sing-Academie waren alle von den Hilleprandtschen gegen mich aufgereizt - es war schrecklich. Doch ich gab nicht nach, u. wurde zuletzt bei meinem Chor (7stimmig Ave Maria) großartig 2 Mal applaudirt .. Über die Besetzung dieser 600 f Stelle dürfte ja sollte ein Roman geschrieben werden. Im September bin ich in Folge zu arger Beleidigungen von der Liedertafel ausgetreten .."
- ZUSTAND: Auf der ersten Seite links oben von fremder Hand numeriert "13". - PROVENIENZ: Aus einer bedeutenden französischen Privatsammlung.
Letter to his friend Rudolf Weinwurm in Vienna, amongst others regarding an application for the directorship of the "Dommusikverein" in Salzburg. Although the postition is already filled, Bruckner is asked (and agrees) to come to Salzburg for a trial conducting session, mainly to maintain his reputation; in which he succeeds, despite considerable lack of cooperation from the female choir members. Autograph letter signed "Bruckner". 3 1/2 pp. On double leaf. 27,5 : 22,5 cm. - Numbered "13" on upper left corner of first page by another hand. Significant French private collection.
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