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Johann Wolfgang von Goethe
Eigh. Brief an Boie, 1774
Estimate: € 15,000 / $ 17,550
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Johann Wolfgang von Goethe
Eigh. Brief an Boie, 1774
Estimate: € 15,000 / $ 17,550
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Goethe im Sturm und Drang

Johann Wolfgang von Goethe
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "G". Frankfurt, 23. Dezember 1774. 1 1/2 S. 22,5 : 18,5 cm.

• Sehr früher, großartiger Brief Goethes, geschrieben knapp drei Monate nach Erscheinen des Werther
• Von größter Seltenheit
• An den Dichter Heinrich Christian Boie
• Herausragendes Zeugnis seiner Sturm-und-Drang-Zeit
• Erwähnt Klopstock, Eislaufen, eigenes Schaffen, seine charakteristische Nase etc.
• Aus durchgehendem Familienbesitz
• Erstmals auf einer Auktion


An Heinrich Christian Boie (1744-1806), Mitbegründer des Göttinger Hainbunds und Herausgeber des bedeutenden Göttinger Musenalmanachs , der insbesondere im Jahr 1774 zum Forum der neuen Schriftstellergeneration wurde. Neben Goethe gehörten u. a. Hölty und Bürger zu deren Autoren. Boie wiederum half Goethe beim Vertrieb des Götz von Berlichingen , und bei einem persönlichen Besuch Ende Oktober 1774, dem im Brief erwähnten "frugalen Abend", las Goethe ihm aus dem entstehenden Faust vor.
"Auch wieder ein Wort mein l[ieber] Boje das ich Ihnen so lang schuldig bin, und herzlichen Danck für die überschickten Sachen. [Gottlob Friedrich Ernst] Schönborn schreibt aus Algier, grüst Sie, und meldet dass Sie mir einige Sachen für ihn senden würden. Thun Sies doch gleich, und auch eine Gel. Republ. [Klopstocks Gelehrten-Republik ] für ihn, die hat der Arme noch nicht gelesen. Ich mach ihm allerley zusammen und spedirs nach Marseille. So kriegt ers eben gegen das Frühjahr. Behalten Sie unsern frugalen Abend im Gedächtniss, und schicken mir doch indess auf Abschlag die Niobe [Gipsabdruck der Niobe], recht wohl gepackt ich bitte. Sie glauben nicht wie noth mirs wieder um so eine Erscheinung thut. Sie sollen auch einen ganz neu gefertigten Medaillon von meiner Nase haben, der ganz wohl gerathen ist. Das heisst nun zwar immer Gold gegen Bley, Aber zu meinem Bley leg ich eine grose Quantität guten willen. Die versprochnen Gedichte kriegen Sie auch nächstens. Hahn ist ein sehr lieber Mann [Johann Friedrich H., Mitbegründer des Göttinger Hains]. Ich zeichne mehr als ich sonst was thue, liedere auch viel. Doch bereit ich alles, um mit Eintritt der Sonne in den Widder eine neue Producktion [wahrscheinlich Egmont ] zu beginnen, die auch ihren eignen Ton haben soll. Es ist wieder Eis Bahn, adieu ihr Musen, oder mit hinaus auf die Bahn, wohin ihr Klopstocken folgtet. Adieu l. Mann. Behalten Sie mich lieb .."
Der erwähnte Schriftsteller und Diplomat Schönborn hatte enge Beziehungen zu den Mitgliedern des Göttinger Hains, so auch zu Goethe, den er Ende 1773 kennenlernte. Seinen Bericht von der Reise nach Algier beantwortete Goethe im Juni 1774 mit einem langen Brief über literarische Neuerscheinungen und eigene Werke, vor allem über den gerade entstehenden Werther .
Die Boie versprochenen Gedichte, nämlich Kenner und Künstler sowie Der Kenner , erschienen im Musenalmanach auf das Jahr 1776. Ein diese Gedichte übermittelndes Schreiben ist nicht bekannt. "Der nächste überlieferte Brief an Boie stammt erst vom 6. Juni 1797" (GB) - auch dieser Brief wird in unserer Auktion angeboten, siehe Kat.nr. 243.

- ZUSTAND: Mit kl. Randeinrissen. - PROVENIENZ: Aus dem Nachlaß der Familie Chalybaeus, Kiel.

LITERATUR: WA-Nr. 271. - GB 2, Nr. 173. Online zugänglich unter: http://goethe-biographica.de/id/GB02_BR173_0 (mit Angaben zur Überlieferung und Stellenkommentar).

Autograph letter signed "G". Very early, great letter by Goethe, written just under three months after the publication of "Werther". Extremely rare. Addressed to the poet Heinrich Christian Boie, giving an outstanding insight into his Sturm und Drang period. Mentions Klopstock, ice skating, his own creative work, his characteristic nose, etc. From a family that has held the letter continuously. Appearing at auction for the first time. 1 1/2 pp. 22,5 : 18,5 cm. - Slight marginal defects.





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