126000343
Konrad Lueg
Ohne Titel, 1966.
Casein
Estimate:
€ 100,000 - 150,000

 
$ 117,000 - 175,500

Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000343
Konrad Lueg
Ohne Titel, 1966.
Casein
Estimate:
€ 100,000 - 150,000

 
$ 117,000 - 175,500

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Konrad Lueg
1939 - 1996

Ohne Titel. 1966.
Kaseintempera auf Leinwand.
Verso auf der Leinwand signiert und datiert. 200 x 145 cm (78,7 x 57 in).

• Aus der bedeutenden Reihe der Tapetenbilder.
• Bisher ist kein weiteres Werk dieser Reihe auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten worden (Quelle: artprice.com)
.

PROVENIENZ: Sturies Moderne Kunst & Auktionen, Düsseldorf.
Olbricht Collection, Essen/Berlin (2003 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Ich nenne mich als Maler Konrad Lueg, PS1 Contemporary Art Center, New York, 12.9.-31.10.1999; Kunsthalle Bielefeld, 14.11.1999-16.1.2000; Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.), Gent, 30.1.-2.4.2000.
Rockers Island. Olbricht Collection, Museum Folkwang, Essen, 5.5.-1.7.2007.

LITERATUR: Thomas Kellein, Ich nenne mich als Maler Konrad Lueg, Bielefeld 1999, S. 103.
Andreas Sturies, Düsseldorf, Auktion 29.11.2003, Los 151, Farbabb. Taf. XI.

"Ich nenne mich als Maler Konrad Lueg", so lautet der Titel der Ausstellung, auf der diese Arbeit 1999 im PS Contemporary Art Center, New York, und im darauffolgenden Jahr in der Kunsthalle Bielefeld sowie im Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent gezeigt wurde. Unter seinem Geburtsnamen ist der Künstler als einer der wichtigsten und einflussreichsten Galeristen Deutschlands für die Kunst der 1970er und 1980er Jahre bekannt: Konrad Fischer. Als Künstler Konrad Lueg wählt er den Geburtsnamen seiner Mutter, um Verwechslungen zuvorzukommen.
Seine künstlerische Ausbildung erhält er ab 1958 an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo er zunächst bei Bruno Goller und dann zusammen mit Sigmar Polke, Gerhard Richter und Manfred Kuttner bei Karl Otto Götz studiert. Im November 1962 wird er aus der Akademie ausgeschlossen, ohne Angabe von Gründen und ohne Abschluss. Der Hintergrund hierfür ist wohl in seinen politischen Aktivitäten zu suchen. Doch der gebürtige Düsseldorfer Konrad Lueg ist in der Kunstszene der Stadt gut vernetzt, er kennt über Peter Brüning viele Künstler und kunstinteressierte Leute. Die erste und heute legendäre Ausstellung "Leben mit POP – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus", für die er mit Gerhard Richter das Möbelhaus Berges bespielt, findet 1963 statt. Mit ihr setzen sich die beiden jungen Künstler als "enfants terribles" und die Pop-Art in ihrer Behandlung des Alltäglichen perfekt in Szene. Dennoch bleibt die finanzielle Situation für ihn und seinen Weggefährten sehr schwierig. So hat er zusammen mit Gerhard Richter in dieser Zeit auch "die Treppen eines Schlosses in der Nähe von Düsseldorf geputzt oder Innendekorationen für Kneipen angefertigt" (zit. nach: Dietmar Elger, Gerhard Richter. Maler, Köln 2002, S. 126).

Mit seiner Kunst wendet Konrad Lueg sich, ganz dem Wesen der Pop-Art entsprechend, dem Alltäglichen zu. Zunächst entstehen seine Fußballer-Bilder. Dieser Sport ermöglicht den Deutschen nach den Gräueln des Vergangenen wieder das Gefühl des Stolzes durch die Erfolge der Fußball-Nationalmannschaft. Ab Mitte der 1960er Jahre ergründet Konrad Lueg die Repetierbarkeit von Motivik und findet sein Medium im Wandschmuck der Tapete oder des stereotypen Musters etwa des Handtuchs. Wohl auch aus finanziellen Gründen verwendet er weiterhin als Malmittel günstige Kaseinfarbe, unter dem Markennamen "Plaka-Farbe" allbekannt. Diese schnell trocknende Farbe bewirkt ein flaches Erscheinungsbild und ist im Vergleich zu Öl- oder Acrylfarben wesentlich einfacher in der Handhabung. Das Malgeschehen ist unmittelbar, die Farbe entzieht sich nicht der Kontrolle des Künstlers. Auch die Flachheit des Farbauftrages kommt Konrad Lueg sehr entgegen und ist unbedingt erwünscht, kann er doch damit eine neue Kunst im überdeutlich sichtbaren Gegensatz zur materialbetonten, bisweilen spontanen Malerei des Informel erschaffen. Seine Bildthemen lassen sich als Konsumkritik verstehen. Er schaut mit scharfem Blick auf die biedere Gesellschaft des Wirtschaftswunders, in dem sich die deutsche Gesellschaft eingerichtet hat. Außerdem ist es in Deutschland auch die beginnende Zeit der Studentenrevolten und der Hippies, des ersten lauten Auflehnens gegen einen traditionellen, von sehr konservativen Werten bestimmten Alltag. So übt Konrad Lueg Kritik, indem er ganz Alltägliches in Szene setzt, erhebt es in die Kunstwürdigkeit und hinterfragt damit zugleich den Kunstbegriff.

Ab 1965 beginnt Konrad Lueg mit seriell sich wiederholenden Mustern zu experimentieren. Konsequent verwendet er auch Malerrollen, wie sie Handwerker benutzen, um die Muster zu repetieren. Im vorliegenden Gemälde inszeniert Konrad Lueg das Muster einer Tapete. Bei genauerer Betrachtung tun sich immer neue, übereinanderliegende Muster-Schichten auf: bunte Punkte über gelben Streifen über weiteren nur stellenweise hervortretenden Musterreihungen; wie bei einer Wohnung, in der die Wände oft übermalt wurden. Im rechten und unteren Rand spielt er jedoch mit der Bildfläche. Das scheinbar flächige Muster liegt wie auf einer sich bewegenden Stoffbahn. Es erhält dadurch eine besondere Leichtigkeit.
Luegs Kunst ist Pop-Art im reinsten Sinne und das vorliegende Tapetenbild ein herausragendes Beispiel dafür. [EH]





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