Sale: 606 / Evening Sale, June 12. 2026 in Munich → Lot 126000369

126000369
Thomas Schütte
Pope, 2006.
Ceramics
Estimate:
€ 120,000 - 150,000
$ 140,400 - 175,500
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000369
Thomas Schütte
Pope, 2006.
Ceramics
Estimate:
€ 120,000 - 150,000
$ 140,400 - 175,500
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Thomas Schütte
1954
Pope. 2006.
Keramik, teilweise mit Glasur, mit einem Wandsockel.
Unikat. Büste: 40 x 30 x 30 cm (15,7 x 11,8 x 11,8 in). Wandsockel: 13,5 x 35 x 25
• Unikat.
• Traditionskritische Aneignung des seit Jahrhunderten etablierten Genre der Papstbüste.
• Thomas Schütte zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Gegenwartskunst.
• Das Museum of Modern Art in New York widmete zuletzt dem deutschen Künstler eine umfangreiche Retrospektive (Sept.2024 / Jan.2025).
• Das K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, zeigt von November 2026 bis April 2027 eine umfassende Einzelausstellung des bedeutenden Verfechters der figurativen Bildhauerei.
PROVENIENZ: Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf.
Olbricht Collection, Essen/Berlin (2006 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Rockers Island. Olbricht Collection, Museum Folkwang, Essen, 5.5.-1.7.2007
Lebenslust & Totentanz, Olbricht Collection, Kunsthalle Krems, 18.7. - 7.11.2010.
Zwei Sammler. Thomas Olbricht und Harald Falckenberg, Deichtorhallen Hamburg, 24.6.0-.21.8.2011, Kat.-Nr.
Schöne Grüße Thomas Schütte, me Collectors Room, Berlin, 2013/14.
Gediegenes und Kurioses aus der Sammlung Olbricht, Museum Folkwang, Essen, 2016.
.sogar der Fachmann staunt!, Museum Folkwang, Essen, 2021.
"Keramik ist ein demokratisches Material. Es ist billig, es ist alltäglich, aber es kann auch monumental sein. Mit den Päpsten wollte ich zeigen, dass selbst die mächtigsten Figuren aus Ton gemacht sind – und damit zerbrechlich."
"Der Papst ist eine Figur, die alle kennen – ein Symbol für Macht, aber auch für Lächerlichkeit. Ich wollte diese Ambivalenz einfangen: Er ist gleichzeitig heilig und absurd."
Thomas Schütte im Gespräch mit Julian Heynen, 2010.
1954
Pope. 2006.
Keramik, teilweise mit Glasur, mit einem Wandsockel.
Unikat. Büste: 40 x 30 x 30 cm (15,7 x 11,8 x 11,8 in). Wandsockel: 13,5 x 35 x 25
• Unikat.
• Traditionskritische Aneignung des seit Jahrhunderten etablierten Genre der Papstbüste.
• Thomas Schütte zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Gegenwartskunst.
• Das Museum of Modern Art in New York widmete zuletzt dem deutschen Künstler eine umfangreiche Retrospektive (Sept.2024 / Jan.2025).
• Das K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, zeigt von November 2026 bis April 2027 eine umfassende Einzelausstellung des bedeutenden Verfechters der figurativen Bildhauerei.
PROVENIENZ: Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf.
Olbricht Collection, Essen/Berlin (2006 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Rockers Island. Olbricht Collection, Museum Folkwang, Essen, 5.5.-1.7.2007
Lebenslust & Totentanz, Olbricht Collection, Kunsthalle Krems, 18.7. - 7.11.2010.
Zwei Sammler. Thomas Olbricht und Harald Falckenberg, Deichtorhallen Hamburg, 24.6.0-.21.8.2011, Kat.-Nr.
Schöne Grüße Thomas Schütte, me Collectors Room, Berlin, 2013/14.
Gediegenes und Kurioses aus der Sammlung Olbricht, Museum Folkwang, Essen, 2016.
.sogar der Fachmann staunt!, Museum Folkwang, Essen, 2021.
"Keramik ist ein demokratisches Material. Es ist billig, es ist alltäglich, aber es kann auch monumental sein. Mit den Päpsten wollte ich zeigen, dass selbst die mächtigsten Figuren aus Ton gemacht sind – und damit zerbrechlich."
"Der Papst ist eine Figur, die alle kennen – ein Symbol für Macht, aber auch für Lächerlichkeit. Ich wollte diese Ambivalenz einfangen: Er ist gleichzeitig heilig und absurd."
Thomas Schütte im Gespräch mit Julian Heynen, 2010.
Die Institution des Papstes steht für Autorität, Tradition und Dogmatismus. Die Bildnisse von Päpsten gelten oftmals als besonders herausragende Werke der jeweiligen Künstler. So gelten die von Gian Lorenzo Bernini gefertigten Papstbüsten als Höhepunkte des Barock. Seit Jahrhunderten werden Büsten der Päpste im Auftrag des Heiligen Stuhls oder auch als freie Arbeiten ganz unterschiedlicher Künstler angefertigt. Thomas Schütte greift hier also auf eines der traditionsbehafteten Sujets der westlichen Kunstgeschichte zurück. Und wie nicht anders zu erwarten wird das Motiv durch Thomas Schüttes expressiven Stil umgedeutet. Material und Ausdruck sind besonders. Nicht Bronze oder Marmor, sondern glasierte Keramik ist gewählt. "Keramik ist ein demokratisches Material. Es ist billig, es ist alltäglich, aber es kann auch monumental sein. Mit den Päpsten wollte ich zeigen, dass selbst die mächtigsten Figuren aus Ton gemacht sind – und damit zerbrechlich." (Thomas Schütte, Riehen /Basel 2013, S. 96).
Das Papst-Bildnis Schüttes ist nicht mehr Abbild einer realen Person, sondern eine Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit, mit der Funktion dieser Institution. Es zeigt eine Persönlichkeit, in die man die Bürde des Amtes ebenso wie die Karikatur desselben hineininterpretieren kann. Durch die in Farbschichten zerlaufende Glasur ist die Ästhetik grundlegend gebrochen. Thomas Schütte lässt das Abbild des Stellvertreters Gottes auf Erden zwischen Ehrfurcht und Provokation entstehen. Darin zeigt sich, wie vielschichtig hinterfragend der Künstler das Thema jedweder Figur angeht, die er in seinem Œuvre bearbeitet.
Egal ob es "Mann im Matsch" (1982–2014), "Große Geister" (1995–2004), "Frauen" (1998–2006), "Fratelli" (2012–2018) oder "Wichte" (2006) sind, um nur einige seiner Werkreihen zu benennen. Die "Wichte" (2006, Bronze) sind in formaler Hinsicht durchaus vergleichbar, doch ist mit der Materialwahl Keramik für den Papst die Einzigartigkeit des Unikats gewählt. Der "Pope" steht für diese intensive und vielschichtige Durchdringung. [EH]
Das Papst-Bildnis Schüttes ist nicht mehr Abbild einer realen Person, sondern eine Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit, mit der Funktion dieser Institution. Es zeigt eine Persönlichkeit, in die man die Bürde des Amtes ebenso wie die Karikatur desselben hineininterpretieren kann. Durch die in Farbschichten zerlaufende Glasur ist die Ästhetik grundlegend gebrochen. Thomas Schütte lässt das Abbild des Stellvertreters Gottes auf Erden zwischen Ehrfurcht und Provokation entstehen. Darin zeigt sich, wie vielschichtig hinterfragend der Künstler das Thema jedweder Figur angeht, die er in seinem Œuvre bearbeitet.
Egal ob es "Mann im Matsch" (1982–2014), "Große Geister" (1995–2004), "Frauen" (1998–2006), "Fratelli" (2012–2018) oder "Wichte" (2006) sind, um nur einige seiner Werkreihen zu benennen. Die "Wichte" (2006, Bronze) sind in formaler Hinsicht durchaus vergleichbar, doch ist mit der Materialwahl Keramik für den Papst die Einzigartigkeit des Unikats gewählt. Der "Pope" steht für diese intensive und vielschichtige Durchdringung. [EH]
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