Sale: 610 / Rare Books, Nov. 23. 2026 in Hamburg → Lot 426000373

426000373
Rainer Maria Rilke
Duineser Elegien, 1923.
Estimate: € 6,500 / $ 7,410
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
426000373
Rainer Maria Rilke
Duineser Elegien, 1923.
Estimate: € 6,500 / $ 7,410
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Hamburger Meistereinband
Rainer Maria Rilke
Duineser Elegien. Leipzig, Insel 1923.
• 1 von 300 numerierten Exemplaren der ersten Ausgabe
• Schöner und sehr breitrandiger Druck in Rot und Schwarz auf Büttenpapier
• In einem einzigartigen Meistereinband von Franz Weisse in Hamburg
"Einer der expressivsten deutschen Buchbinder seiner Zeit" (Katalog MDE 1922)
Der Druck in Rot und Schwarz erfolgte bei Klingspor in Offenbach in der Tiemann-Antiqua. - Rilkes berühmte Elegien entstanden ab 1912, als der Dichter zu Gast bei der Gräfin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe im Schloß Duino bei Triest war; sie wurden erst im Februar 1922 im Schweizer Wallis vollendet.
"Der oft über weite Satzbögen hinwegströmende, gelegentlich durch epigrammatische Kurzzeilen gleichsam 'angehaltene' Rhythmus der übrigen Elegien wird durch das Pathos einer Sprache gesteigert, die durch syntaktische Umstellungen und Verkürzungen, ungewöhnliche Verbalformen, gewagte Wortneubildungen und Sinnverfremdungen ihren unverwechselbaren Ton erhält." (KLL)
"Bedeutsamer noch ist die Beschaffenheit des Handwerkszeuges, mit dem der Buchbinder Weiße arbeitet. Den Grundstock seiner Stempel bilden ganz wenige Linien und Punkte, ergänzt durch einzelne einfache Ornamentformen .. Mit diesen wenigen Stempeln - oft sind es nur zwei oder drei - erzeugt Weiße ein reiches Schmuckgefüge auf dem Einband, der im eigentlichen Sinne durch die Hand des Meisters Leben gewinnt. Dabei wirkt er nicht etwa absichtlich primitiv. Der Beschauer überlegt gar nicht weiter, auf welchem Wege der Schmuck erzielt wurde. Erst darauf aufmerksam gemacht, bemerkt er in verschiedenartigen Ornamenten ein und denselben Stempel; er empfindet, warum bei aller Mannigfaltigkeit das ornamentale Bild des Einbandes nicht unruhig und zerfahren erscheint, vielmehr einem deutlichen Rhythmus folgt. Die Grundgedanken dieser Kunst sind alt und kommen aus dem Handwerk; doch bleibt Weiße das Verdienst ihrer meisterhaften Verwirklichung." (E. Meier-Oberist, Bucheinbände von Franz Weisse, in : Jahrbuch der Einbandkunst. Jg. 3/4 1929/1930, S. 134ff. - Von den dort gezeigten Weiße-Einbänden aus der Hamburger Bibliothek Richard Samson erinnern die Abb. 5 und 12 sehr an den hier vorliegenden Meistereinband).
EINBAND: Signierter Meistereinband von Franz Weisse: Violettfarbener Maroquinband mit einem künstlerisch wie handwerklich anspruchsvollen Deckelornament, goldgeprägtem Rückentitel und Ganzgoldschnitt sowie gepunkteter Stehkantenvergoldung und zweif. goldgepräger Innenkantenfilete; in Schuber. Unter dem Druckvermerk mit dem Goldstempel des Einband-Ateliers: "Bucheinband Entwurf & Technik Franz Weisse". 28 : 18,5 cm. - ZUSTAND: Einband mit vereinzelten, minimalen Bereibungen, Rücken wenig aufgehellt, Vorsätze leicht leimschattig; Schuber mit leichten Gebrauchsspuren. Sehr schönes, sauberes und wohlerhaltenes Exemplar in einem zauberhaften Meistereinband.
LITERATUR: Ritzer E 9. - Mises 94. - Sarkowski 1338.
First edition. 1 of 300 numbered copies and one of the highlights in Rilkes work. Signed and richly decorated full morocco master-binding by Franz Weisse. - Spine little faded, occasionally minim. rubbed. Fine, clean and decorative copy.
Rainer Maria Rilke
Duineser Elegien. Leipzig, Insel 1923.
• 1 von 300 numerierten Exemplaren der ersten Ausgabe
• Schöner und sehr breitrandiger Druck in Rot und Schwarz auf Büttenpapier
• In einem einzigartigen Meistereinband von Franz Weisse in Hamburg
"Einer der expressivsten deutschen Buchbinder seiner Zeit" (Katalog MDE 1922)
Der Druck in Rot und Schwarz erfolgte bei Klingspor in Offenbach in der Tiemann-Antiqua. - Rilkes berühmte Elegien entstanden ab 1912, als der Dichter zu Gast bei der Gräfin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe im Schloß Duino bei Triest war; sie wurden erst im Februar 1922 im Schweizer Wallis vollendet.
"Der oft über weite Satzbögen hinwegströmende, gelegentlich durch epigrammatische Kurzzeilen gleichsam 'angehaltene' Rhythmus der übrigen Elegien wird durch das Pathos einer Sprache gesteigert, die durch syntaktische Umstellungen und Verkürzungen, ungewöhnliche Verbalformen, gewagte Wortneubildungen und Sinnverfremdungen ihren unverwechselbaren Ton erhält." (KLL)
"Bedeutsamer noch ist die Beschaffenheit des Handwerkszeuges, mit dem der Buchbinder Weiße arbeitet. Den Grundstock seiner Stempel bilden ganz wenige Linien und Punkte, ergänzt durch einzelne einfache Ornamentformen .. Mit diesen wenigen Stempeln - oft sind es nur zwei oder drei - erzeugt Weiße ein reiches Schmuckgefüge auf dem Einband, der im eigentlichen Sinne durch die Hand des Meisters Leben gewinnt. Dabei wirkt er nicht etwa absichtlich primitiv. Der Beschauer überlegt gar nicht weiter, auf welchem Wege der Schmuck erzielt wurde. Erst darauf aufmerksam gemacht, bemerkt er in verschiedenartigen Ornamenten ein und denselben Stempel; er empfindet, warum bei aller Mannigfaltigkeit das ornamentale Bild des Einbandes nicht unruhig und zerfahren erscheint, vielmehr einem deutlichen Rhythmus folgt. Die Grundgedanken dieser Kunst sind alt und kommen aus dem Handwerk; doch bleibt Weiße das Verdienst ihrer meisterhaften Verwirklichung." (E. Meier-Oberist, Bucheinbände von Franz Weisse, in : Jahrbuch der Einbandkunst. Jg. 3/4 1929/1930, S. 134ff. - Von den dort gezeigten Weiße-Einbänden aus der Hamburger Bibliothek Richard Samson erinnern die Abb. 5 und 12 sehr an den hier vorliegenden Meistereinband).
EINBAND: Signierter Meistereinband von Franz Weisse: Violettfarbener Maroquinband mit einem künstlerisch wie handwerklich anspruchsvollen Deckelornament, goldgeprägtem Rückentitel und Ganzgoldschnitt sowie gepunkteter Stehkantenvergoldung und zweif. goldgepräger Innenkantenfilete; in Schuber. Unter dem Druckvermerk mit dem Goldstempel des Einband-Ateliers: "Bucheinband Entwurf & Technik Franz Weisse". 28 : 18,5 cm. - ZUSTAND: Einband mit vereinzelten, minimalen Bereibungen, Rücken wenig aufgehellt, Vorsätze leicht leimschattig; Schuber mit leichten Gebrauchsspuren. Sehr schönes, sauberes und wohlerhaltenes Exemplar in einem zauberhaften Meistereinband.
LITERATUR: Ritzer E 9. - Mises 94. - Sarkowski 1338.
First edition. 1 of 300 numbered copies and one of the highlights in Rilkes work. Signed and richly decorated full morocco master-binding by Franz Weisse. - Spine little faded, occasionally minim. rubbed. Fine, clean and decorative copy.
Headquarters
Joseph-Wild-Str. 18
81829 Munich
Phone: +49 89 55 244-0
Fax: +49 89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Phone: +49 40 37 49 61-0
Fax: +49 40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Dr. Simone Wiechers / Nane Schlage
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Phone: +49 30 88 67 53-63
Fax: +49 30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Cologne
Phone: +49 221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Hessen
Rhineland-Palatinate
Miriam Heß
Phone: +49 62 21 58 80-038
Fax: +49 62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
We will inform you in time.



