Sale: 611 / Day Sale, Dec. 05. 2026 in Munich → Lot 126001050
126001050
Helmut Kolle gen. vom Hügel
Selbstbildnis im Jagdkostüm, Um 1930.
Oil on canvas
Estimate:
€ 30,000 - 40,000
$ 33,600 - 44,800
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126001050
Helmut Kolle gen. vom Hügel
Selbstbildnis im Jagdkostüm, Um 1930.
Oil on canvas
Estimate:
€ 30,000 - 40,000
$ 33,600 - 44,800
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Helmut Kolle gen. vom Hügel
1899 - 1931
Selbstbildnis im Jagdkostüm. Um 1930.
Öl auf Leinwand.
Links oben signiert. 100 x 81 cm (39,3 x 31,8 in). [JS].
Weitere Werke aus der Sammlung Kropatscheck kommen in unserem Evening Sale am Freitag, den 4. Dezember 2026, in unserer Auktion „Wertvolle Bücher“ am Montag, dem 23. November 2026, sowie in unserem Online Sale vom 15. Januar bis zum 15. Februar 2027 zum Aufruf.
• Helmut Kolle – Protagonist der Pariser Moderne zwischen den Kriegen: früh gestorben – vergessen – wiederentdeckt.
• Meisterwerk: Eines der berühmten und vielfach publizierten Gemälde des Künstlers.
• Selbstinszenierung: Eines der letzten Selbstporträts, in dem sich der schwer kranke Künstler im roten Jagdrock gesund, sportlich und Dandy-like inszeniert.
• Bedeutung: Dieses Selbstporträt hing im Salon in Kolles Haus in Chantilly und wurde von ihm auf seinem Sterbebett für seine Londoner Galeristin ausgewählt.
• Ausstellungshistorie: In allen wichtigen Kolle-Ausstellungen vertreten, zierte deren Ausstellungsplakate und war zuletzt als Dauerleihgabe in der Hamburger Kunsthalle.
• Provenienz: Seit über 30 Jahren Teil der Hamburger Moderne-Sammlung von Fritz Eugen und Hannemarie Kropatscheck.
PROVENIENZ: Lucy Carrington Wertheim, London (seit 1930).
Privatsammlung England.
Galerie Vömel, Düsseldorf (um 1988).
Sammlung Fritz Eugen und Hannemarie Kropatscheck, Hamburg (möglicherweise 1988 vom Vorgenannten, spätestens vor 1994 erworben).
AUSSTELLUNG: Paintings by Kolle, Dealer's Catalogue, published to accompany an exhibition held at Wertheim Gallery, London, Typoscript, National Art Library, Victoria & Albert Museum, London, 1935, Kat.-Nr. 12.
Paintings by Kolle, Dealer's Catalogue, published to accompany an exhibition held at Wertheim Gallery, London, Typoscript, National Art Library, Victoria & Albert Museum, London, 1938, Kat.-Nr. 6.
Helmut Kolle, Galerie Vömel, Art Cologne, Köln, 1988.
Helmut Kolle 1899-1931, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 1994, Kat.-Nr. 73 ("Selbstbildnis mit Jagdkostüm" auf Ausstellungsplakat abgebildet).
Helmut Kolle. Ein Deutscher in Paris, Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser, 7.11.2010-1.5.2011; Ernst Barlach Haus, Stiftung Hermann F. Reemtsma, Hamburg, 22.5.-25.9.2011, S. 52/53, Kat.-Nr. 65 (m. Farbabb.) ("Selbstbildnis mit Jagdkostüm" auf Ausstellungsplakat und -fahnen abgebildet).
Kunsthalle Hamburg (Dauerleihgabe aus der Sammlung Kropatscheck, 2020-2026).
LITERATUR: Philippe Gérard Chabert: Helmut Kolle 1899-1931. Catalogue Raisonné de l'œuvre paint, 2 Bd., Diss. Université de Paris I. Sorbonne, Paris 1981, WVZ-Nr. 272.
-
Wilhelm Uhde, Der Maler Helmut Kolle. Das Bildnis eines Frühvollendeten, Zürich/Berlin 1935, S. 53.
Lucy Carrington Wertheim, Adventure in Art, London/Brüssel 1947, S. 25, Tafel II.
Harald Behm, Helmut Kolle (1899-1931): Früh vollendet und in Vergessenheit geraten, in: Weltkunst, H. 21, 1985, S. 3298-3301.
Helmut Kolle, Galerie Vömel, Art Cologne, Köln, Düsseldorf 1988, S. 54f.
"Kolle lag im Bett und bei meinem ersten Blick auf ihn zog sich mein Herz zusammen. Er war offenkundig so hoffnungslos, hoffnungslos krank. Ich ging und setzt mich an sein Bett und bat ihn mir zu sagen, was ich tuen könne, damit es ihm besser gehe. Er bat mich das Selbstbildnis im Jagdkostüm zu kaufen, das unten in seinem Wohnraum hing. [..] Ich stimmte zu und seine Dankbarkeit war unendlich berührend."
Lucy Carrington Wertheim, Adventure in Art, London/Brüssel 1947, S. 25.
"Analog dazu, wie Marie Laurencin und Tamara de Lempicka in ihren Porträts und Figurenbildern die Rolle der Frau thematisierten und zur Diskussion stellten, hat Helmut Kolle vor allem mit seinen Sportler und Soldatendarstellungen das etabliere Männerbild in Frage gestellt, bzw. für dessen Fragwürdigkeit und Brüchigkeit sensibilisiert."
Thomas Bauer-Friedrich, Von Boxern, Toreros und Spahis – Helmut Kolles Figurenbilder, in: Helmut Kolle. ein Deutscher in Paris, Ausst. Kat., Bonn 2010, S. 178.
1899 - 1931
Selbstbildnis im Jagdkostüm. Um 1930.
Öl auf Leinwand.
Links oben signiert. 100 x 81 cm (39,3 x 31,8 in). [JS].
Weitere Werke aus der Sammlung Kropatscheck kommen in unserem Evening Sale am Freitag, den 4. Dezember 2026, in unserer Auktion „Wertvolle Bücher“ am Montag, dem 23. November 2026, sowie in unserem Online Sale vom 15. Januar bis zum 15. Februar 2027 zum Aufruf.
• Helmut Kolle – Protagonist der Pariser Moderne zwischen den Kriegen: früh gestorben – vergessen – wiederentdeckt.
• Meisterwerk: Eines der berühmten und vielfach publizierten Gemälde des Künstlers.
• Selbstinszenierung: Eines der letzten Selbstporträts, in dem sich der schwer kranke Künstler im roten Jagdrock gesund, sportlich und Dandy-like inszeniert.
• Bedeutung: Dieses Selbstporträt hing im Salon in Kolles Haus in Chantilly und wurde von ihm auf seinem Sterbebett für seine Londoner Galeristin ausgewählt.
• Ausstellungshistorie: In allen wichtigen Kolle-Ausstellungen vertreten, zierte deren Ausstellungsplakate und war zuletzt als Dauerleihgabe in der Hamburger Kunsthalle.
• Provenienz: Seit über 30 Jahren Teil der Hamburger Moderne-Sammlung von Fritz Eugen und Hannemarie Kropatscheck.
PROVENIENZ: Lucy Carrington Wertheim, London (seit 1930).
Privatsammlung England.
Galerie Vömel, Düsseldorf (um 1988).
Sammlung Fritz Eugen und Hannemarie Kropatscheck, Hamburg (möglicherweise 1988 vom Vorgenannten, spätestens vor 1994 erworben).
AUSSTELLUNG: Paintings by Kolle, Dealer's Catalogue, published to accompany an exhibition held at Wertheim Gallery, London, Typoscript, National Art Library, Victoria & Albert Museum, London, 1935, Kat.-Nr. 12.
Paintings by Kolle, Dealer's Catalogue, published to accompany an exhibition held at Wertheim Gallery, London, Typoscript, National Art Library, Victoria & Albert Museum, London, 1938, Kat.-Nr. 6.
Helmut Kolle, Galerie Vömel, Art Cologne, Köln, 1988.
Helmut Kolle 1899-1931, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 1994, Kat.-Nr. 73 ("Selbstbildnis mit Jagdkostüm" auf Ausstellungsplakat abgebildet).
Helmut Kolle. Ein Deutscher in Paris, Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser, 7.11.2010-1.5.2011; Ernst Barlach Haus, Stiftung Hermann F. Reemtsma, Hamburg, 22.5.-25.9.2011, S. 52/53, Kat.-Nr. 65 (m. Farbabb.) ("Selbstbildnis mit Jagdkostüm" auf Ausstellungsplakat und -fahnen abgebildet).
Kunsthalle Hamburg (Dauerleihgabe aus der Sammlung Kropatscheck, 2020-2026).
LITERATUR: Philippe Gérard Chabert: Helmut Kolle 1899-1931. Catalogue Raisonné de l'œuvre paint, 2 Bd., Diss. Université de Paris I. Sorbonne, Paris 1981, WVZ-Nr. 272.
-
Wilhelm Uhde, Der Maler Helmut Kolle. Das Bildnis eines Frühvollendeten, Zürich/Berlin 1935, S. 53.
Lucy Carrington Wertheim, Adventure in Art, London/Brüssel 1947, S. 25, Tafel II.
Harald Behm, Helmut Kolle (1899-1931): Früh vollendet und in Vergessenheit geraten, in: Weltkunst, H. 21, 1985, S. 3298-3301.
Helmut Kolle, Galerie Vömel, Art Cologne, Köln, Düsseldorf 1988, S. 54f.
"Kolle lag im Bett und bei meinem ersten Blick auf ihn zog sich mein Herz zusammen. Er war offenkundig so hoffnungslos, hoffnungslos krank. Ich ging und setzt mich an sein Bett und bat ihn mir zu sagen, was ich tuen könne, damit es ihm besser gehe. Er bat mich das Selbstbildnis im Jagdkostüm zu kaufen, das unten in seinem Wohnraum hing. [..] Ich stimmte zu und seine Dankbarkeit war unendlich berührend."
Lucy Carrington Wertheim, Adventure in Art, London/Brüssel 1947, S. 25.
"Analog dazu, wie Marie Laurencin und Tamara de Lempicka in ihren Porträts und Figurenbildern die Rolle der Frau thematisierten und zur Diskussion stellten, hat Helmut Kolle vor allem mit seinen Sportler und Soldatendarstellungen das etabliere Männerbild in Frage gestellt, bzw. für dessen Fragwürdigkeit und Brüchigkeit sensibilisiert."
Thomas Bauer-Friedrich, Von Boxern, Toreros und Spahis – Helmut Kolles Figurenbilder, in: Helmut Kolle. ein Deutscher in Paris, Ausst. Kat., Bonn 2010, S. 178.
Gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Uhde siedelt der Künstler, der nach den überlieferten Fotografien ein besonders modisches, geradezu dandyhaftes Auftreten pflegte, 1924 schließlich in die Kunstmetropole Paris über. Während Kolles Berliner Frühwerk häufig noch deutliche Reminiszenzen an die Künstler der Pariser Avantgarde wie Picasso, Braque und Laurencin zeigt, findet Kolle in Paris mehr und mehr zu seiner eigenen, unverwechselbaren künstlerischen Handschrift. Nahezu ausschließlich entstehen fortan Selbstporträts und Porträts, vorrangig von jungen kräftigen Männern, wobei der Übergang vom Porträt zum idealisierten Rollenporträt fließend ist. Auch dieser dezidierte malerische Blick auf sich selbst, das malerische Sezieren der eigenen Person ist es, was Kolle jenseits der biografischen Überschneidungen in Paris um 1930 auch künstlerisch eng miteinander verbindet. Selbst mit einer labilen Gesundheit lebend, scheint Kolle in der Darstellung junger kräftiger Männer ein erträumtes Ideal von Kraft und Männlichkeit gesehen zu haben, das er selber nie erreichte. Und doch tragen all seine Figuren zugleich immer eine gewisse Brüchigkeit und Melancholie in sich, welche sie so rätselhaft und unverwechselbar macht.
Kolles Arbeiten sind in Paris bald beim Publikum und bei der Presse gleichermaßen erfolgreich. Kurz nachdem Sammler und auch Museen Arbeiten des deutschen Malers anzukaufen beginnen, muss der herz- und lungenkranke Kolle 1928 die Stadt verlassen und zieht zu seinem Freund Wilhelm Uhde nach Chantilly. In dem faszinierend starken „Selbstbildnis im Jagdkostüm“ hat sich der junge Kolle, bereits schwer krank und oftmals ans Bett gefesselt, im Jahr vor seinem Tod noch ein letztes Mal gesund, sportlich und dandyhaft inszeniert. Allem Anschein zum Trotz hat Kolle damals den Tod bereits längst vor Augen. Auf die Rückseite eines Briefes an seinen Freund Michelis notiert er auch in dieser Zeit ein Zitat von Jean-Jacques Rousseau: „Je schwächer der Körper ist, desto mehr befiehlt er, je stärker er ist, desto mehr gehorcht er“ (zit. nach: W. Uhde, Helmut Kolle, Zürich/Berlin 1935, S. 54).
Am 17. November 1931 stirbt Kolle mit 32 Jahren im Beisein von Wilhelm Uhde in dessen Haus in Chantilly; noch kurz davor veräußert er sein dem Tod künstlerisch trotzendes „Selbstbildnis im Jagdkostüm“ an seine Londoner Kunsthändlerin Lucy Wertheim, um sich und seine Kunst auch in Großbritannien bekannt zu machen. Uhde verfasst nach Kolles Tod schließlich die erste Biografie des Malers, welche Kolles Ruf als zu früh verstorbener Protagonist der europäischen Moderne festschreiben sollte. Ein Jahr nach Kolles Tod veranstaltet Uhde in Christian Diors Pariser Galerie Jacques Bonjean eine Gedächtnisausstellung und auch Pablo Picasso lobt „die unerhörte Virilität dieser Bilder“. [JS]
Kolles Arbeiten sind in Paris bald beim Publikum und bei der Presse gleichermaßen erfolgreich. Kurz nachdem Sammler und auch Museen Arbeiten des deutschen Malers anzukaufen beginnen, muss der herz- und lungenkranke Kolle 1928 die Stadt verlassen und zieht zu seinem Freund Wilhelm Uhde nach Chantilly. In dem faszinierend starken „Selbstbildnis im Jagdkostüm“ hat sich der junge Kolle, bereits schwer krank und oftmals ans Bett gefesselt, im Jahr vor seinem Tod noch ein letztes Mal gesund, sportlich und dandyhaft inszeniert. Allem Anschein zum Trotz hat Kolle damals den Tod bereits längst vor Augen. Auf die Rückseite eines Briefes an seinen Freund Michelis notiert er auch in dieser Zeit ein Zitat von Jean-Jacques Rousseau: „Je schwächer der Körper ist, desto mehr befiehlt er, je stärker er ist, desto mehr gehorcht er“ (zit. nach: W. Uhde, Helmut Kolle, Zürich/Berlin 1935, S. 54).
Am 17. November 1931 stirbt Kolle mit 32 Jahren im Beisein von Wilhelm Uhde in dessen Haus in Chantilly; noch kurz davor veräußert er sein dem Tod künstlerisch trotzendes „Selbstbildnis im Jagdkostüm“ an seine Londoner Kunsthändlerin Lucy Wertheim, um sich und seine Kunst auch in Großbritannien bekannt zu machen. Uhde verfasst nach Kolles Tod schließlich die erste Biografie des Malers, welche Kolles Ruf als zu früh verstorbener Protagonist der europäischen Moderne festschreiben sollte. Ein Jahr nach Kolles Tod veranstaltet Uhde in Christian Diors Pariser Galerie Jacques Bonjean eine Gedächtnisausstellung und auch Pablo Picasso lobt „die unerhörte Virilität dieser Bilder“. [JS]
Headquarters
Joseph-Wild-Str. 18
81829 Munich
Phone: +49 89 55 244-0
Fax: +49 89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Phone: +49 40 37 49 61-0
Fax: +49 40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Dr. Simone Wiechers / Nane Schlage
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Phone: +49 30 88 67 53-63
Fax: +49 30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Cologne
Phone: +49 221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Hessen
Rhineland-Palatinate
Miriam Heß
Phone: +49 62 21 58 80-038
Fax: +49 62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
We will inform you in time.



