Sale: 611 / Day Sale, Dec. 05. 2026 in Munich → Lot 126000563
126000563
Karin Kneffel
Ohne Titel, 1995.
Oil on canvas
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 92,800 - 139,200
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000563
Karin Kneffel
Ohne Titel, 1995.
Oil on canvas
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 92,800 - 139,200
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Karin Kneffel
1957
Ohne Titel. 1995.
Öl auf Leinwand.
Verso auf der Leinwand signiert, datiert sowie bezeichnet "(A2)". 150 x 150 cm (59 x 59 in). [EB].
• Kneffel par excellence: virtuose fotorealistische Präzision.
• Monumental in Szene gesetzt, gibt Kneffel mit großem technischen Können die Stofflichkeit und Haptik der Äpfel wieder.
• Ihre Obstdarstellungen zählen zu den begehrtesten Arbeiten auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• Karin Kneffel gehört zum Künstlerkader der renommierten Gagosian Gallery.
PROVENIENZ: Privatsammlung. Privatsammlung Monaco (seit 2023, durch Erbschaft vom Vorgenannten).
1957
Ohne Titel. 1995.
Öl auf Leinwand.
Verso auf der Leinwand signiert, datiert sowie bezeichnet "(A2)". 150 x 150 cm (59 x 59 in). [EB].
• Kneffel par excellence: virtuose fotorealistische Präzision.
• Monumental in Szene gesetzt, gibt Kneffel mit großem technischen Können die Stofflichkeit und Haptik der Äpfel wieder.
• Ihre Obstdarstellungen zählen zu den begehrtesten Arbeiten auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• Karin Kneffel gehört zum Künstlerkader der renommierten Gagosian Gallery.
PROVENIENZ: Privatsammlung. Privatsammlung Monaco (seit 2023, durch Erbschaft vom Vorgenannten).
Leuchtend, nahezu greifbar und von makelloser Schönheit präsentieren sich die Äpfel in Karin Kneffels 1995 entstandener Arbeit. Formatfüllend inszeniert, scheinen die Früchte vor einem diffus gehaltenen, pflanzlich anmutenden Hintergrund im Raum zu schweben. Ihre glänzenden Schalen reflektieren das einfallende Licht, als seien sie in einem Fotostudio perfekt ausgeleuchtet. Weder eine Faulstelle noch ein Wurmloch stören den Eindruck von vollkommener Unversehrtheit. Doch gerade diese übernatürliche Perfektion irritiert: Was zunächst als präzise Wiedergabe der Wirklichkeit erscheint, entzieht sich bei näherer Betrachtung jeder natürlichen Selbstverständlichkeit.
Seit Mitte der 1990er Jahre widmet sich Karin Kneffel dem klassischen Genre des Früchtestilllebens, mit dem ihr der künstlerische Durchbruch gelingt. Die einstige Meisterschülerin Gerhard Richters an der Düsseldorfer Kunstakademie, an der sie ihre Ausbildung in einem noch stark männlich geprägten Umfeld beginnt, zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Malerinnen der Gegenwart. Aus der Schulung bei Richter erwachsen ihr neue Techniken und Sujets, die sie in ihren großformatigen Darstellungen von Äpfeln, Weintrauben, Pfirsichen und Pflaumen zu einer unverwechselbaren Handschrift verdichtet. In altmeisterlicher Manier setzt Kneffel die minutiös konzipierten Inszenierungen auf die Leinwand: Der mehrfach grundierte und angeschliffene Malgrund nimmt die Farbe in der gewünschten Weise auf und mit feinsten Pinseln trägt sie die Töne in zahlreichen hauchdünnen Schichten auf.
Das Früchtestillleben besitzt in der Kunstgeschichte eine lange Tradition: Meist opulent auf Tischen drapiert, stehen die Früchte dort für Wohlstand und Überfluss. Kneffel knüpft an dieses vertraute Genre an und führt es doch in eine andere Richtung. Die Beschränkung auf einen kleinen Bildausschnitt und die übernatürliche Größe des Motivs führen zu einer subtilen Neuerzählung des in fotorealistischer Präzision geschilderten Sujets.
Je deutlicher die Schönheit in Erscheinung tritt, desto mehr verkehrt sich der Eindruck ins Gegenteil, und die Existenz des Unvollkommenen wird evident. Aus dieser Ambivalenz von Realismus und übernatürlicher Anmutung entsteht eine Verfremdung, die den Betrachter über den bloßen Augenschein hinaus innehalten lässt. Dadurch richtet sich der Blick auf die eigentlichen Elemente des Bildes, auf Farbe und Komposition und damit auf eine nahezu abstrakte Haltung, die Kneffel trotz aller Gegenständlichkeit einnimmt. Denn jenseits aller Absurdität und Monumentalität geht es der Künstlerin darum, vertraute Perspektiven zu brechen und so neue zu eröffnen. In diesem Spannungsfeld entstehen Werke von atemberaubender Schönheit, die wirklicher erscheinen als die Wirklichkeit selbst. [EB]
Seit Mitte der 1990er Jahre widmet sich Karin Kneffel dem klassischen Genre des Früchtestilllebens, mit dem ihr der künstlerische Durchbruch gelingt. Die einstige Meisterschülerin Gerhard Richters an der Düsseldorfer Kunstakademie, an der sie ihre Ausbildung in einem noch stark männlich geprägten Umfeld beginnt, zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Malerinnen der Gegenwart. Aus der Schulung bei Richter erwachsen ihr neue Techniken und Sujets, die sie in ihren großformatigen Darstellungen von Äpfeln, Weintrauben, Pfirsichen und Pflaumen zu einer unverwechselbaren Handschrift verdichtet. In altmeisterlicher Manier setzt Kneffel die minutiös konzipierten Inszenierungen auf die Leinwand: Der mehrfach grundierte und angeschliffene Malgrund nimmt die Farbe in der gewünschten Weise auf und mit feinsten Pinseln trägt sie die Töne in zahlreichen hauchdünnen Schichten auf.
Das Früchtestillleben besitzt in der Kunstgeschichte eine lange Tradition: Meist opulent auf Tischen drapiert, stehen die Früchte dort für Wohlstand und Überfluss. Kneffel knüpft an dieses vertraute Genre an und führt es doch in eine andere Richtung. Die Beschränkung auf einen kleinen Bildausschnitt und die übernatürliche Größe des Motivs führen zu einer subtilen Neuerzählung des in fotorealistischer Präzision geschilderten Sujets.
Je deutlicher die Schönheit in Erscheinung tritt, desto mehr verkehrt sich der Eindruck ins Gegenteil, und die Existenz des Unvollkommenen wird evident. Aus dieser Ambivalenz von Realismus und übernatürlicher Anmutung entsteht eine Verfremdung, die den Betrachter über den bloßen Augenschein hinaus innehalten lässt. Dadurch richtet sich der Blick auf die eigentlichen Elemente des Bildes, auf Farbe und Komposition und damit auf eine nahezu abstrakte Haltung, die Kneffel trotz aller Gegenständlichkeit einnimmt. Denn jenseits aller Absurdität und Monumentalität geht es der Künstlerin darum, vertraute Perspektiven zu brechen und so neue zu eröffnen. In diesem Spannungsfeld entstehen Werke von atemberaubender Schönheit, die wirklicher erscheinen als die Wirklichkeit selbst. [EB]
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