126001114
Bernard Frize
Elao, 1993.
Acrylic
Estimate:
€ 100,000 - 150,000

 
$ 116,000 - 174,000

Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126001114
Bernard Frize
Elao, 1993.
Acrylic
Estimate:
€ 100,000 - 150,000

 
$ 116,000 - 174,000

Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
 

Bernard Frize
1949

Elao. 1993.
Acryl und Harz auf Leinwand.
Verso auf dem Keilrahmen mit einem Etikett, dort bezeichnet mit den typografischen Werkangaben. Auf einem weiteren Etikett bezeichnet mit den Gebrauchshinweisen sowie auf einem weiteren Etikett mit zwei Richtungspfeilen versehen. 220 x 180 cm (86,6 x 70,8 in). [AW].

• Bernard Frize ist ein Meister des Experiments.
• Zentral in seinem Schaffen ist die malerische Erprobung neuer Bildpraktiken.
• Der kontrollierte Zufall und die Wahl des Materials werden zum künstlerischen Akteur.
• Arbeiten des Künstlers befinden sich weltweit in renommierten Museen, darunter The Art Institute of Chicago, das Centre Pompidou, Paris, die Tate Modern, London, und das Museo Reina Sofia, Madrid.
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

Mit einem Zertifikat des Künstlers vom 21. Juni 2015, Berlin.

PROVENIENZ: Galerie nächst St. Stephan, Wien (verso auf dem Keilrahmen mit dem zweifachen Galerieetikett).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (2015 vom Vorgenannten erworben).

Bernard Frize wird 1949 in Saint-Mandé bei Paris geboren und studiert an der École des Beaux-Arts in Montpellier. 1979 präsentiert er seine Arbeiten erstmals in einer Einzelausstellung in der Pariser Galerie Lucien Durand. Ein wichtiger früher Meilenstein ist die Präsentation seiner konzeptuellen, abstrakten Malerei 1986 in der Villa Medici in Rom. Seit Mitte der 1980er-Jahre ist Frize zunehmend auf europäischen und internationalen Ausstellungen vertreten. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Seit mehr als vier Jahrzehnten untersucht Frize, was es bedeutet, ein Gemälde zu schaffen. Seine konzeptuelle, abstrakte Malerei hinterfragt dabei sowohl die Rolle des Künstlers als auch den Vorgang des Malens.

Frize arbeitet in Serien und folgt häufig strengen Vorgaben und Protokollen. Sie setzen den Malprozess in Gang und machen sichtbar, wie ein Bild entsteht. Zugleich erprobt der Künstler mit ihnen die Möglichkeiten seiner Entscheidungen. Indem er seine kreative Rolle zurücknimmt, löst er die Kompositionen von persönlicher Handschrift und Selbstdarstellung. Farbe, Harz, Pinsel und Leinwand betrachtet er nicht als Materialien, die es zu beherrschen gilt, sondern als Partner im Arbeitsprozess. Von Serie zu Serie verändern sich die Bedingungen dieser Zusammenarbeit. Konstant bleibt, dass die Materialien die Erscheinung des fertigen Bildes ebenso prägen wie die Hand des Künstlers.

In "Elao" von 1993 liegt Acryl in breiten Pinselbewegungen über dem Harzgrund. Grautöne mit Anklängen an Braun und Rosé ziehen sich über die Fläche. Nachdem Frize den Bildträger umgedreht hat, beginnen dünnflüssige, durch Harz transparente Farbschleier horizontal zu fließen. Die Farben trennen sich, rinnen und tropfen. Pinselstriche laufen ununterbrochen über die Leinwand, deren Oberfläche eine glatte wachsartige Erscheinung erhält. So entsteht ein ambivalentes, beinahe landschaftliches Phantasma, das zugleich abstraktes Material bleibt: ein atmendes Feld, das aus sich selbst heraus wirkt. Es erscheint sowohl als vegetativer Organismus wie als künstlerisches Produkt. Frize tritt dabei in die Rolle des Beobachters. Er lässt die Malerei nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entstehen und macht die Widersprüche des Mediums zur Quelle ihrer Dynamik. In der zeitgenössischen abstrakten Malerei nimmt Bernard Frize mit der Strenge seiner Entscheidungen und der Freiheit seines Umgangs damit eine eigenständige Position ein. [AW]





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