Sale: 611 / Day Sale, Dec. 05. 2026 in Munich → Lot 126001115

126001115
Carl Spitzweg
Schulkinder auf dem Heimweg, Um 1860.
Oil on canvas
Estimate:
€ 50,000 - 70,000
$ 58,000 - 81,200
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126001115
Carl Spitzweg
Schulkinder auf dem Heimweg, Um 1860.
Oil on canvas
Estimate:
€ 50,000 - 70,000
$ 58,000 - 81,200
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Carl Spitzweg
1808 - 1885
Schulkinder auf dem Heimweg. Um 1860.
Öl auf Leinwand.
Links unten mit der Signaturparaphe. 32 x 54 cm (12,5 x 21,2 in). [AW].
• Im einzigarten Zusammenspiel von atmosphärischer Landschafts- mit anekdotischer Figurendarstellung zeigen sich hier Spitzwegs kompositorische Qualitäten.
• Durch Licht und Schatten modelliert er meisterhaft eine transparente Luftperspektive.
• Zwischen Biedermeier und Spätromantik entwickelt der Autodidakt Carl Spitzweg seinen unverwechselbaren Stil.
• Arbeiten Spitzwegs befinden sich in renommierten Museen, u.a. in der Neuen Pinakothek, München, in der Staatsgalerie, Stuttgart, und in der Alten Nationalgalerie, Berlin.
PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.
LITERATUR: Günther Roennefahrt, Carl Spitzweg. Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle, München 1960, WVZ.-Nr. 484 (m. SW-Abb. S. 187).
Siegfried Wichmann, Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke. Gemälde und Aquarelle, Stuttgart 2002, WVZ-Nr. 1038 (m. SW-Abb. S. 424; hier mit fälschlich angegebenen Maßangaben).
- -
Eugen Kalkschmidt, Carl Sptizweg und seine Welt, 4. Aufl. München 1966, S. 98 (m. Abb. 67).
1808 - 1885
Schulkinder auf dem Heimweg. Um 1860.
Öl auf Leinwand.
Links unten mit der Signaturparaphe. 32 x 54 cm (12,5 x 21,2 in). [AW].
• Im einzigarten Zusammenspiel von atmosphärischer Landschafts- mit anekdotischer Figurendarstellung zeigen sich hier Spitzwegs kompositorische Qualitäten.
• Durch Licht und Schatten modelliert er meisterhaft eine transparente Luftperspektive.
• Zwischen Biedermeier und Spätromantik entwickelt der Autodidakt Carl Spitzweg seinen unverwechselbaren Stil.
• Arbeiten Spitzwegs befinden sich in renommierten Museen, u.a. in der Neuen Pinakothek, München, in der Staatsgalerie, Stuttgart, und in der Alten Nationalgalerie, Berlin.
PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.
LITERATUR: Günther Roennefahrt, Carl Spitzweg. Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle, München 1960, WVZ.-Nr. 484 (m. SW-Abb. S. 187).
Siegfried Wichmann, Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke. Gemälde und Aquarelle, Stuttgart 2002, WVZ-Nr. 1038 (m. SW-Abb. S. 424; hier mit fälschlich angegebenen Maßangaben).
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Eugen Kalkschmidt, Carl Sptizweg und seine Welt, 4. Aufl. München 1966, S. 98 (m. Abb. 67).
Carl Spitzweg gilt als einer der bedeutendsten deutschen Maler und Zeichner des Biedermeiers und der Spätromantik. Sein künstlerisches Talent zeigt sich früh, doch zunächst folgt er dem Wunsch seines Vaters und studiert Pharmazie. Das Studium schließt er mit Auszeichnung ab. Während seiner Arbeit in der Straubinger Löwenapotheke lebt er mit Schauspielern und Malern zusammen, die seine Begeisterung für die Kunst stärken. 1833 entscheidet er sich schließlich für die Malerei und nur zwei Jahre später wird er Mitglied im Münchener Kunstverein. Eine Kunstakademie besucht er nie – Spitzweg bildet sich autodidaktisch weiter. Sein umfangreiches Werk umfasst mehr als 1.500 Gemälde und Zeichnungen.
Unverwechselbar ist sein Stil, in dem sich die detailreiche Zeichnung des Biedermeiers mit der poetischen Stimmung der Spätromantik verbindet. Mit feinem Humor und großem Einfühlungsvermögen schildert Spitzweg menschliche Eigenheiten, alltägliche Begegnungen und skurrile oder tragische Situationen. Seine außergewöhnlichen Figuren wirken oft zugleich komisch und berührend. Sie erzählen von Gefühlen und Lebensumständen, die über ihre Zeit hinaus verständlich bleiben.
Spitzwegs Blick richtet sich jedoch nicht allein auf Menschen und städtische Szenen. Er ist belesen, viel gereist und besonders häufig in den oberbayerischen Seengebieten unterwegs. Eindrücke aus dem Chiemgau, den Voralpen, Südtirol, Italien und der Schweiz finden Eingang in seine Bilder. 1836 besteigt er den Watzmann und genießt die Aussicht auf die Bergwelt. Mitte des Jahrhunderts reist er nach Paris und lernt dort die Landschaftsmalerei der Barbizon-Maler kennen. Ihre Pleinairmalerei stellt die Natur unter freiem Himmel, bei natürlichem Licht und in unmittelbarer Farbigkeit dar. Diese Erfahrungen bestärken Spitzweg darin, zunehmend weite Landschaften in panoramaartigen Querformaten zu gestalten.
In dem hier gezeigten Gemälde verbindet er seine genaue Beobachtung des Alltags mit einer romantischen Naturdarstellung. Eine kleine Gruppe Schulkinder ist auf dem Heimweg und wird zur menschlichen Staffage inmitten eines Panoramas. Die Figuren bleiben klein, während das unberührte Grün, die verschlungenen Wege und der leuchtend blaue Himmel den Bildraum beherrschen. Meisterhaft lenkt Spitzweg den Blick von dem kleinen Waldstück mit kleinem Bachlauf links, über die Kinder, hin zu einem Ausblick, dessen volle Dimension den Kindern beim Abstieg erscheint, uns als Betrachter dagegen jedoch geheimnisvoll verborgen bleibt. Zeichnung und Farbe, Alltag und Poesie, feiner Witz und stille Schönheit verschmelzen zu einer idyllischen Szene. So offenbart Spitzweg seinen besonderen Farb- und Natursinn und macht aus einem einfachen Heimweg einen märchenhaften Augenblick. [AW]
Unverwechselbar ist sein Stil, in dem sich die detailreiche Zeichnung des Biedermeiers mit der poetischen Stimmung der Spätromantik verbindet. Mit feinem Humor und großem Einfühlungsvermögen schildert Spitzweg menschliche Eigenheiten, alltägliche Begegnungen und skurrile oder tragische Situationen. Seine außergewöhnlichen Figuren wirken oft zugleich komisch und berührend. Sie erzählen von Gefühlen und Lebensumständen, die über ihre Zeit hinaus verständlich bleiben.
Spitzwegs Blick richtet sich jedoch nicht allein auf Menschen und städtische Szenen. Er ist belesen, viel gereist und besonders häufig in den oberbayerischen Seengebieten unterwegs. Eindrücke aus dem Chiemgau, den Voralpen, Südtirol, Italien und der Schweiz finden Eingang in seine Bilder. 1836 besteigt er den Watzmann und genießt die Aussicht auf die Bergwelt. Mitte des Jahrhunderts reist er nach Paris und lernt dort die Landschaftsmalerei der Barbizon-Maler kennen. Ihre Pleinairmalerei stellt die Natur unter freiem Himmel, bei natürlichem Licht und in unmittelbarer Farbigkeit dar. Diese Erfahrungen bestärken Spitzweg darin, zunehmend weite Landschaften in panoramaartigen Querformaten zu gestalten.
In dem hier gezeigten Gemälde verbindet er seine genaue Beobachtung des Alltags mit einer romantischen Naturdarstellung. Eine kleine Gruppe Schulkinder ist auf dem Heimweg und wird zur menschlichen Staffage inmitten eines Panoramas. Die Figuren bleiben klein, während das unberührte Grün, die verschlungenen Wege und der leuchtend blaue Himmel den Bildraum beherrschen. Meisterhaft lenkt Spitzweg den Blick von dem kleinen Waldstück mit kleinem Bachlauf links, über die Kinder, hin zu einem Ausblick, dessen volle Dimension den Kindern beim Abstieg erscheint, uns als Betrachter dagegen jedoch geheimnisvoll verborgen bleibt. Zeichnung und Farbe, Alltag und Poesie, feiner Witz und stille Schönheit verschmelzen zu einer idyllischen Szene. So offenbart Spitzweg seinen besonderen Farb- und Natursinn und macht aus einem einfachen Heimweg einen märchenhaften Augenblick. [AW]
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