Sale: 611 / Day Sale, Dec. 05. 2026 in Munich → Lot 126001217
126001217
Otto Mueller
Stehender weiblicher Akt, Um 1928.
Watercolor
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 92,800 - 139,200
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126001217
Otto Mueller
Stehender weiblicher Akt, Um 1928.
Watercolor
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 92,800 - 139,200
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Otto Mueller
1874 - 1930
Stehender weiblicher Akt. Um 1928.
Aquarell und farbige Kreide.
Rechts unten signiert. Verso bezeichnet "J.M.3". Auf Velin. 68,5 x 52,5 cm (26,9 x 20,6 in), blattgroß. [AW].
• Charakteristisches Motiv in einer besonders ausgewogenen Komposition.
• In vollendeter Bewegung und Anmut entsprechen diese Badenden der persönlichen Idealvorstellung Otto Muellers.
• Die mehrfigurigen Aktdarstellungen gelten als die gefragtesten Arbeiten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• Bedeutende Provenienz: Einst über 60 Jahre im Besitz des Sohnes von Otto Mueller.
PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers (1930).
Josef Mueller-Herbig, Karlsruhe/Lübeck (1931 durch Erbschaft vom Vorgenannten).
Privatsammlung Süddeutschland (seit 1998, Galerie Kornfeld).
Galerie Thomas, München (2009 vom Vorgenannten erworben, Ketterer Kunst).
Privatsammlung Berlin (2009 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Otto Mueller, Kunstblätter der Galerie Nierendorf 4/5, Berlin, 29.6.-14.10.1964, Kat.-Nr. 49 (m. Abb.).
LITERATUR: Mario-Andreas von Lüttichau, Tanja Pirsig-Marshall, Otto Mueller. Bd. 2: Zeichnungen und Aquarelle, Köln 2020, WVZ-Nr. P1928/06 (680) (m. Farbabb. S. 225).
- -
Galerie Kornfeld, Bern, 221. Auktion, 19.6.1998, Los 95 (m. Farbabb.).
Ketterer Kunst, München, 360. Auktion, 12.12.2009, Los 165 (m. Farbabb. S. 103).
1874 - 1930
Stehender weiblicher Akt. Um 1928.
Aquarell und farbige Kreide.
Rechts unten signiert. Verso bezeichnet "J.M.3". Auf Velin. 68,5 x 52,5 cm (26,9 x 20,6 in), blattgroß. [AW].
• Charakteristisches Motiv in einer besonders ausgewogenen Komposition.
• In vollendeter Bewegung und Anmut entsprechen diese Badenden der persönlichen Idealvorstellung Otto Muellers.
• Die mehrfigurigen Aktdarstellungen gelten als die gefragtesten Arbeiten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• Bedeutende Provenienz: Einst über 60 Jahre im Besitz des Sohnes von Otto Mueller.
PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers (1930).
Josef Mueller-Herbig, Karlsruhe/Lübeck (1931 durch Erbschaft vom Vorgenannten).
Privatsammlung Süddeutschland (seit 1998, Galerie Kornfeld).
Galerie Thomas, München (2009 vom Vorgenannten erworben, Ketterer Kunst).
Privatsammlung Berlin (2009 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Otto Mueller, Kunstblätter der Galerie Nierendorf 4/5, Berlin, 29.6.-14.10.1964, Kat.-Nr. 49 (m. Abb.).
LITERATUR: Mario-Andreas von Lüttichau, Tanja Pirsig-Marshall, Otto Mueller. Bd. 2: Zeichnungen und Aquarelle, Köln 2020, WVZ-Nr. P1928/06 (680) (m. Farbabb. S. 225).
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Galerie Kornfeld, Bern, 221. Auktion, 19.6.1998, Los 95 (m. Farbabb.).
Ketterer Kunst, München, 360. Auktion, 12.12.2009, Los 165 (m. Farbabb. S. 103).
Otto Muellers Akte im Freien verleihen seinem malerischen Werk einen besonderen Ausdruck von Lebensgefühl. Sie wurzeln in einer romantischen Naturauffassung, in der Landschaft als Sinnbild des Ursprünglichen erscheint. Seine Figuren treten nicht als bürgerliche Individuen auf, die in der Nacktheit eine neu gewonnene Freiheit behaupten. Sie sind vielmehr Teil ihrer Umgebung und fügen sich selbstverständlich in sie ein. Dadurch entzieht der Künstler das Motiv dem Voyeuristischen. Das an einen Baum gelehnte Mädchen etwa, ein von Mueller vielfach variiertes Motiv, wirkt ganz in sich versunken und scheint der eigenen Nacktheit kaum besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Dieser Auffassung entspricht Muellers eigenwilliger Umgang mit den künstlerischen Mitteln. Zeichnung und Aquarell treten in ein ergänzendes Verhältnis und verleihen dem Bildgegenstand zugleich Festigkeit und Offenheit. Mit sparsam eingesetzten Mitteln entwickelt der Künstler eine unverwechselbare Bildsprache, die dem Motiv Raum für eine ungekünstelte Wirkung lässt. Die Technik dient dabei nicht der detailgetreuen Beschreibung, sondern einer persönlichen Interpretation des Natur- und Körpererlebens. Auch die Landschaften besitzen nur selten einen konkreten geografischen Bezug. Meist handelt es sich um zeitlose Ausschnitte, in denen einzelne Bäume, locker gefügte Baumgruppen, hohe Gräser, Schilf und Buschwerk Seen, Teiche oder Bäche säumen. Die Orte erscheinen weniger als topografisch bestimmbare Schauplätze denn als atmosphärische Bildräume. In ihnen bewegen sich junge Frauen, gelegentlich auch Männer, unbekümmert und unbeobachtet. Natur und Figur verbinden sich zu einer zeitlosen Vorstellung unbeschwerter Lebenslust.
Muellers künstlerisches Interesse gilt weniger der Beschreibung oder Kritik gesellschaftlicher Zustände als der Suche nach dem Selbst und nach einem inneren Kern des Menschlichen. In diesem Zusammenhang lässt sich sein Streben nach der Gestaltung von "Urbildern" verstehen. Begleitet wird es vom Studium künstlerischer Vorbilder, von der intensiven Beobachtung des weiblichen Körpers, von der prägenden Bedeutung der Frauen in seinem Leben und von fortwährender Selbstreflexion. Behutsam entwickelt und variiert er seine Bildsprache. Oft genügen wenige Veränderungen, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu erschließen. Zeichnungen und Lithografien werden dabei zu wichtigen Erprobungsfeldern, bevor der Künstler seine Bildideen in reifen Kompositionen auch mit Aquarell und Farbkreide verwirklicht. Der um 1928 entstandene "Stehende weibliche Akt" veranschaulicht diese sensible Verbindung von zeichnerischer Prägnanz, malerischer Freiheit und Muellers unverwechselbarer Auffassung des Menschen in der Natur. [AW]
Dieser Auffassung entspricht Muellers eigenwilliger Umgang mit den künstlerischen Mitteln. Zeichnung und Aquarell treten in ein ergänzendes Verhältnis und verleihen dem Bildgegenstand zugleich Festigkeit und Offenheit. Mit sparsam eingesetzten Mitteln entwickelt der Künstler eine unverwechselbare Bildsprache, die dem Motiv Raum für eine ungekünstelte Wirkung lässt. Die Technik dient dabei nicht der detailgetreuen Beschreibung, sondern einer persönlichen Interpretation des Natur- und Körpererlebens. Auch die Landschaften besitzen nur selten einen konkreten geografischen Bezug. Meist handelt es sich um zeitlose Ausschnitte, in denen einzelne Bäume, locker gefügte Baumgruppen, hohe Gräser, Schilf und Buschwerk Seen, Teiche oder Bäche säumen. Die Orte erscheinen weniger als topografisch bestimmbare Schauplätze denn als atmosphärische Bildräume. In ihnen bewegen sich junge Frauen, gelegentlich auch Männer, unbekümmert und unbeobachtet. Natur und Figur verbinden sich zu einer zeitlosen Vorstellung unbeschwerter Lebenslust.
Muellers künstlerisches Interesse gilt weniger der Beschreibung oder Kritik gesellschaftlicher Zustände als der Suche nach dem Selbst und nach einem inneren Kern des Menschlichen. In diesem Zusammenhang lässt sich sein Streben nach der Gestaltung von "Urbildern" verstehen. Begleitet wird es vom Studium künstlerischer Vorbilder, von der intensiven Beobachtung des weiblichen Körpers, von der prägenden Bedeutung der Frauen in seinem Leben und von fortwährender Selbstreflexion. Behutsam entwickelt und variiert er seine Bildsprache. Oft genügen wenige Veränderungen, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu erschließen. Zeichnungen und Lithografien werden dabei zu wichtigen Erprobungsfeldern, bevor der Künstler seine Bildideen in reifen Kompositionen auch mit Aquarell und Farbkreide verwirklicht. Der um 1928 entstandene "Stehende weibliche Akt" veranschaulicht diese sensible Verbindung von zeichnerischer Prägnanz, malerischer Freiheit und Muellers unverwechselbarer Auffassung des Menschen in der Natur. [AW]
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