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Sale: 479 / Post War I, Dec. 08. 2018 Lot 118001548

 
Lot description
R 70-1. 1970.
Relief . Pigment und Papiermaché auf Holz.
Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. 48 x 48 x 4 cm (18,8 x 18,8 x 1,5 in).

Schoonhovens weiße Reliefs der 1960er und frühen 1970er Jahre gelten auf dem internationalen Auktionsmarkt als die gefragtesten Arbeiten des Künstlers.

PROVENIENZ: Galerie M, Bochum.
Privatsammlung Süddeutschland (1970 beim Vorgenannten erworben).

"It´s purely technical, what I`m doing here, nothing but pure handiwork. The artistry, the künstlerische , has naturally already occured when I made the design. A lot of thought went into that design, preceded by a process of drawing, and this is the final result. Everything is calculated, everything is evaluated."
Jan Schoonhoven, um 1972, zit. nach: Jan Schoonhoven, Ausst. Kat. David Zwirner, New York 2015, S. 39.

Essay
Schoonhovens Faszination gilt dem seriellen Relief, welchem sowohl im Prozess der Herstellung als auch der Betrachtung ein meditativer Moment innewohnt. Schoonhovens minimalistische monochrome Schöpfungen, machen ihn nicht nur zu einem der bedeutendsten Künstler der niederländischen Nachkriegskunst sonder zu einem der gefragtesten Protagonisten der europäischen ZERO-Bewegung. In der vorliegenden, Arbeit öffnen sich 45 Rechtecke in 3 vertikalen Spalten harmonisch zum Quadrat zusammengefügt in den Raum. Die radikale Reduktion auf die Farbe Weiß, die in den frühen Arbeiten noch nicht rein, sondern leicht gebrochen ist, ermöglicht es dem Licht, in der strengen Struktur ein wechselvolles Licht-Schatten-Spiel zu entfalten. "Die weißen Reliefs sind dreidimensionale und als solche auch tastbare Objekte. Sie sind Objekte, insofern sie sind, was sie sind, also nichts darstellen oder nachahmen, was sie nicht sind. [.] Die weißen Reliefs von Schoonhoven sind jeweils serielle und in ihrer Oberfläche zumeist gitterartige Systeme mit einer Vielzahl jeweils gleicher und gleichwertiger Raumvertiefungen. In der Wiederholung des Gleichen besteht das Serielle.“ (Max Imdahl, zit. nach: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 9, S. 7). Vor Schoonhovens minimalistischen Reliefs wird erfahrbar, was der Kunsthistoriker Max Imdahl das "sehende Sehen" nennt: Sehen als ästhetische Grunderfahrung, frei vom Wiedererkennen eines Gegenstandes. Ein besonders schönes Beispiel von Schoonhovens Arbeitsweise ist die vorliegende Arbeit, die ihre Besonderheit aus dem kompositionsbeherrschendern Einsatz der Schräge gewinnt, durch welchen es Schoonhoven optisch überzeugend gelingt, seine chrakteristischen Rechtechstrukturen auch noch hinsichtlich ihrer Teifenwirkung zu rhythmisieren. Und so lädt auch die vorliegende Arbeit dazu ein, sie optisch zu erkunden und sich an ihrer streng geometrischen und doch wechselvollen Erscheinung, die jegliche Form von gegenständlicher Assoziation auschließt, stets aufs Neue zu erfreuen. Denn wie Schoonhoven bereits 1985 festgehalten hat: "Objektivität ist einfache Geometrie. Jeder weiß, was ein Quadrat oder ein Rechteck ist. Es ist ganz einfach. es gibt nichts zu hinterfragen." (zit. nach: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, S.15). [JS]
118001548
Jan Schoonhoven
R 70-1, 1970.
Relief
Estimate:
€ 80,000 - 120,000

 
$ 93,600 - 140,400

+
 


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