Sale: 604 / Rare Books, May 18. 2026 in Hamburg → Lot 425000747
425000747
Sigmund Freud
Eigh. Brief m. U. an seinen Sohn Ernst, 1938.
Estimate: € 3,000 / $ 3,480
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
425000747
Sigmund Freud
Eigh. Brief m. U. an seinen Sohn Ernst, 1938.
Estimate: € 3,000 / $ 3,480
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Sigmund Freud
Begründer der Psychoanalyse, 1856-1939. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Papa". Auf Briefpapier mit Druckkopf "Prof. Dr. Freud - Wien, IX., Berggasse 19". Wien, 12. Mai 1938. 2 Bll. 4 S. 23 : 15 cm.
Ausführlicher und inhaltsreicher Brief an den Sohn Ernst, kurz vor der Emigration von Freuds Familie nach London.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich am 12. März 1938 schrieb Freud kurz vor seiner Abreise ins Londoner Exil an seinen Sohn Ernst: ".. Ich schreibe Dir ohne äußeren Anlaß, weil ich hier ohnmächtig und unthätig sitze, während Anna alle Wege macht mit allen Ämtern verkehrt, alle Geschäfte erledigt. Man kann die Reise schon sehen. Wir warten nur noch auf die 'Unbedenklichkeitserklärung' der Steuer, die innerhalb einer Woche kommen soll. Martin wird mit den Seinigen wahrscheinlich vor uns weggehen, Frau u. Tochter in Paris lassen, mit dem Buben nach London kommen. Er hofft, und wir alle mit ihm, daß dies praktisch das Ende seiner unglückliche Ehe sein wird. Sie ist nicht nur bösartig meschugge sondern auch im ärztlichen Sinn verrückt. Aber was fängt er dann in England an? Er kann ohne Frau(en) nicht leben und die Art Freiheit, die er sich hier gestattet hat, findet er dort nicht wieder .." Der Sohn Jean-Martin heiratete 1919 Esti Drucker. Ihr wurde im Jahr 1938 aus rassistischen Gründen der Lehrauftrag an der Wiener Universität entzogen. Das Ehepaar hatte sich schon vorher auseinandergelebt. Martin emigrierte mit dem Sohn Walter nach London während Esti mit der Tochter Sophie zunächst nach Paris zog, wo ihre Schwestern lebten.
Weiter schreibt Freud von der geplanten Reise über Paris, dem Transport seiner Hündin Lün, seinen Geldproblemen und der Sorge sich in der neuen Heimat nicht einleben zu können "..Ich vergleich mich manchmal mit dem alten Jakob, den seine Kinder auch im hohen Alter nach Aegypten mitgenommen haben wie uns Hr. Mann im nächstern Roman schildern wird. Hoffentlich folgt nicht darauf wie dereinst ein Auszug aus Aegypten. Es ist Zeit, daß Ahasver irgendwo zur Ruhe kommt".
Dabei: Eigh. Briefumschlag an Prof. Ludwig Hopf in Aachen.
Detailed and informative letter to his son Ernst, written shortly before Freud's family emigrated from Vienna to London. Autograph letter signed "Papa". On letterhead printed with "Prof. Dr. Freud - Vienna, IX., Berggasse 19". Vienna, May 12, 1938. 2 leaves, 4 pages. 23 : 15 cm.
Begründer der Psychoanalyse, 1856-1939. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Papa". Auf Briefpapier mit Druckkopf "Prof. Dr. Freud - Wien, IX., Berggasse 19". Wien, 12. Mai 1938. 2 Bll. 4 S. 23 : 15 cm.
Ausführlicher und inhaltsreicher Brief an den Sohn Ernst, kurz vor der Emigration von Freuds Familie nach London.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich am 12. März 1938 schrieb Freud kurz vor seiner Abreise ins Londoner Exil an seinen Sohn Ernst: ".. Ich schreibe Dir ohne äußeren Anlaß, weil ich hier ohnmächtig und unthätig sitze, während Anna alle Wege macht mit allen Ämtern verkehrt, alle Geschäfte erledigt. Man kann die Reise schon sehen. Wir warten nur noch auf die 'Unbedenklichkeitserklärung' der Steuer, die innerhalb einer Woche kommen soll. Martin wird mit den Seinigen wahrscheinlich vor uns weggehen, Frau u. Tochter in Paris lassen, mit dem Buben nach London kommen. Er hofft, und wir alle mit ihm, daß dies praktisch das Ende seiner unglückliche Ehe sein wird. Sie ist nicht nur bösartig meschugge sondern auch im ärztlichen Sinn verrückt. Aber was fängt er dann in England an? Er kann ohne Frau(en) nicht leben und die Art Freiheit, die er sich hier gestattet hat, findet er dort nicht wieder .." Der Sohn Jean-Martin heiratete 1919 Esti Drucker. Ihr wurde im Jahr 1938 aus rassistischen Gründen der Lehrauftrag an der Wiener Universität entzogen. Das Ehepaar hatte sich schon vorher auseinandergelebt. Martin emigrierte mit dem Sohn Walter nach London während Esti mit der Tochter Sophie zunächst nach Paris zog, wo ihre Schwestern lebten.
Weiter schreibt Freud von der geplanten Reise über Paris, dem Transport seiner Hündin Lün, seinen Geldproblemen und der Sorge sich in der neuen Heimat nicht einleben zu können "..Ich vergleich mich manchmal mit dem alten Jakob, den seine Kinder auch im hohen Alter nach Aegypten mitgenommen haben wie uns Hr. Mann im nächstern Roman schildern wird. Hoffentlich folgt nicht darauf wie dereinst ein Auszug aus Aegypten. Es ist Zeit, daß Ahasver irgendwo zur Ruhe kommt".
Dabei: Eigh. Briefumschlag an Prof. Ludwig Hopf in Aachen.
Detailed and informative letter to his son Ernst, written shortly before Freud's family emigrated from Vienna to London. Autograph letter signed "Papa". On letterhead printed with "Prof. Dr. Freud - Vienna, IX., Berggasse 19". Vienna, May 12, 1938. 2 leaves, 4 pages. 23 : 15 cm.
Headquarters
Joseph-Wild-Str. 18
81829 Munich
Phone: +49 89 55 244-0
Fax: +49 89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Phone: +49 40 37 49 61-0
Fax: +49 40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Dr. Simone Wiechers / Nane Schlage
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Phone: +49 30 88 67 53-63
Fax: +49 30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Cologne
Phone: +49 221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Hessen
Rhineland-Palatinate
Miriam Heß
Phone: +49 62 21 58 80-038
Fax: +49 62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
We will inform you in time.




