Sale: 606 / Evening Sale, June 12. 2026 in Munich → Lot 125001507
125001507
Albert Oehlen
Am Wasser, 1985.
Oil on canvas
Estimate:
€ 150,000 - 250,000
$ 174,000 - 290,000
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
125001507
Albert Oehlen
Am Wasser, 1985.
Oil on canvas
Estimate:
€ 150,000 - 250,000
$ 174,000 - 290,000
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Albert Oehlen
1954
Am Wasser. 1985.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen handschriftlich betitelt "Am Wasser". 130 x 169,5 cm (51,1 x 66,7 in).
[AR].
• Gezielte Provokation durch kalkulierte Anti-Ästhetik: mit "Am Wasser" gelingt Albert Oehlen die bewusste Demontage von Kunstidealen.
• Malerei als radikales Experiment und Selbstzweck: Oehlen sprengt die Grenzen des Mediums und testet die Toleranz des Kunst-Establishments.
• Aus der gesuchten Schaffenszeit Mitte der 1980er Jahre.
• Im Entstehungsjahr erworben, seitdem Teil der Sammlung Deutsche Bank.
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten.
• Weitere Arbeiten des Künstlers befinden sich u.a. im Museum of Contemporary Art, Los Angeles, dem Centre Pompidou, Paris, der Tate Gallery, London, und dem Museum of Modern Art, New York.
PROVENIENZ: Sammlung Deutsche Bank (seit 1985, Galerie Max Hetzler, Köln, verso m. Etikett).
"Dass die Bilder, ob gut oder schlecht, hübsch oder häßlich, sich dadurch behaupten, dass sie keine Entschuldigungen benötigen. Keine Zauberei, keine Wissenschaftlichkeit, keine Begründungen.."
Albert Oehlen, zit. nach: Kristisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausg. 29, München 1995.
1954
Am Wasser. 1985.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen handschriftlich betitelt "Am Wasser". 130 x 169,5 cm (51,1 x 66,7 in).
[AR].
• Gezielte Provokation durch kalkulierte Anti-Ästhetik: mit "Am Wasser" gelingt Albert Oehlen die bewusste Demontage von Kunstidealen.
• Malerei als radikales Experiment und Selbstzweck: Oehlen sprengt die Grenzen des Mediums und testet die Toleranz des Kunst-Establishments.
• Aus der gesuchten Schaffenszeit Mitte der 1980er Jahre.
• Im Entstehungsjahr erworben, seitdem Teil der Sammlung Deutsche Bank.
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten.
• Weitere Arbeiten des Künstlers befinden sich u.a. im Museum of Contemporary Art, Los Angeles, dem Centre Pompidou, Paris, der Tate Gallery, London, und dem Museum of Modern Art, New York.
PROVENIENZ: Sammlung Deutsche Bank (seit 1985, Galerie Max Hetzler, Köln, verso m. Etikett).
"Dass die Bilder, ob gut oder schlecht, hübsch oder häßlich, sich dadurch behaupten, dass sie keine Entschuldigungen benötigen. Keine Zauberei, keine Wissenschaftlichkeit, keine Begründungen.."
Albert Oehlen, zit. nach: Kristisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausg. 29, München 1995.
Albert Oehlen, in Interviews immer wieder nach seinem Kunstverständnis befragt, sagte einmal: "Dass die Bilder, ob gut oder schlecht, hübsch oder häßlich, sich dadurch behaupten, dass sie keine Entschuldigungen benötigen. Keine Zauberei, keine Wissenschaftlichkeit, keine Begründungen..." Was auf den ersten Blick wie eine einfache Feststellung wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Grundsatz seiner künstlerischer Haltung. Denn es bringt auf den Punkt, was seine Kunst zur Entstehungszeit von "Am Wasser" aus dem Jahr 1985 auszeichnet und eine ganze Künstlergeneration prägen sollte. Eine Generation, die von der Überzeugung getragen war, dass Kunst keine Rechtfertigung braucht und kein Mittel zum Zweck sein darf, sondern für sich selbst stehen muss und somit lediglich dem Selbstzweck dienen kann. Begünstigt durch das neue Lebensgefühl der 1980er Jahre, das zwischen Exzess und Desillusionierung schwankte, zählte Albert Oehlen zum engeren Umfeld rund um Martin Kippenberger und Werner Büttner. Sie verband das gemeinsame Ziel, die Grenzen der Malerei auszureizen, malerische Traditionen in Frage zu stellen, Normen und gesellschaftliche Restriktionen bewusst zu überschreiten und die Toleranz des Kunstestablishments regelmäßig auf die Probe zu stellen. Eine Haltung, die sich nicht nur in der Kunst äußerte, sondern auch im Auftreten der Künstler, einer selbstbewussten, losen Gruppe junger Rebellen, die mit ihren Ausschweifungen und Auftritten Schlagzeilen machten und mit ihrer Kunst einen Nerv trafen.
Auch in der Arbeit "Am Wasser" von 1985 findet sich diese Haltung. Dominiert von biederen Braun- und Beigetönen, deren Einsatz als bewusst anti-äthetische Farbwahl funktioniert, positioniert Albert Ohlen in der Bildmitte ein undefinierbares Objekt, das einer Art Bootsrumpf oder einem architektonischem Gebilde nachempfunden zu sein scheint. Mit seiner unteren Spitze touchiert es eine unsichtbare Wasseroberfläche, die lediglich durch drei einfache, dunkelblaue Kreise angedeutet ist. Eine Spiegelung ist zu erahnen, der Hintergrund bleibt jedoch undefiniert. Was wie eine unfertige Skizze wirkt, ist in Wahrheit eine gezielte Demontage traditioneller Bildmotive. Selbst die Spiegelung im Wasser – ein kunsthistorisch aufgeladenes Symbol für Selbstreflexion, Wahrheit und Schönheit – wird bei Oehlen zum leeren Zeichen, das ohne narrativen Kontext unverständlich bleibt. Was genau also ist hier zu sehen, zu analysieren und zu verstehen? Am ehesten ist "Am Wasser" wohl eine aktive Aufforderung, sich auf die Provokation einzulassen, es als ein Werk anzunehmen, das sich bewusst jeder Deutung entzieht. Es ist malerisch perfektionierte Imperfektion und Anti-Ästhetik, und letztlich Ausdruck für Albert Oehlens Wahrheit der Malerei, deren Bilder sich dadurch auszeichnen, dass sie "keine Entschuldigungen benötigen...keine Begründungen". [AR]
Auch in der Arbeit "Am Wasser" von 1985 findet sich diese Haltung. Dominiert von biederen Braun- und Beigetönen, deren Einsatz als bewusst anti-äthetische Farbwahl funktioniert, positioniert Albert Ohlen in der Bildmitte ein undefinierbares Objekt, das einer Art Bootsrumpf oder einem architektonischem Gebilde nachempfunden zu sein scheint. Mit seiner unteren Spitze touchiert es eine unsichtbare Wasseroberfläche, die lediglich durch drei einfache, dunkelblaue Kreise angedeutet ist. Eine Spiegelung ist zu erahnen, der Hintergrund bleibt jedoch undefiniert. Was wie eine unfertige Skizze wirkt, ist in Wahrheit eine gezielte Demontage traditioneller Bildmotive. Selbst die Spiegelung im Wasser – ein kunsthistorisch aufgeladenes Symbol für Selbstreflexion, Wahrheit und Schönheit – wird bei Oehlen zum leeren Zeichen, das ohne narrativen Kontext unverständlich bleibt. Was genau also ist hier zu sehen, zu analysieren und zu verstehen? Am ehesten ist "Am Wasser" wohl eine aktive Aufforderung, sich auf die Provokation einzulassen, es als ein Werk anzunehmen, das sich bewusst jeder Deutung entzieht. Es ist malerisch perfektionierte Imperfektion und Anti-Ästhetik, und letztlich Ausdruck für Albert Oehlens Wahrheit der Malerei, deren Bilder sich dadurch auszeichnen, dass sie "keine Entschuldigungen benötigen...keine Begründungen". [AR]
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