Sale: 606 / Evening Sale, June 12. 2026 in Munich → Lot 126000121

126000121
Cy Twombly
Untitled, 1964.
Mixed media
Estimate:
€ 400,000 - 600,000
$ 464,000 - 696,000
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000121
Cy Twombly
Untitled, 1964.
Mixed media
Estimate:
€ 400,000 - 600,000
$ 464,000 - 696,000
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Cy Twombly
1928 - 2011
Untitled. 1964.
Mischtechnik. Bleistift, Wachskreide und Kugelschreiber auf Papier.
Rechts unten signiert und datiert. 70 x 99,7 cm (27,5 x 39,2 in), blattgroß.
1964 im Kontext der Zeichnungsfolge „Notes from a Tower“ entstanden, die Cy Twombly während eines Sommeraufenthaltes im Castel Gardena, Südtirol, geschaffen hat. [JS].
• Poetisch, sinnlich, rätselhaft - Twomblys intellektuelle Verdichtungen der 1960er Jahre gelten als Höhepunkt der amerikanischen Nachkriegskunst.
• Frühe, Ikonische Werkgruppe: Radikale Verschmelzung von Schrift und Bild.
• Eindrucksvolles, großes Format.
• Charakteristisch und unmittelbar: Papierarbeiten vergleichbarer Qualität sind auf dem internationalen Auktionsmarkt von großer Seltenheit.
• Seit fünfzig Jahren Teil einer bedeutenden süddeutschen Privatsammlung.
• Zeichnungen dieser wichtigen Schaffensphase befinden sich in renommierten Sammlungen, u. a. im Museum of Modern Art und im Whitney Museum, New York.
PROVENIENZ: Galerie Rüdiger Schöttle, München.
Privatsammlung Süddeutschland (1976 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Möglicherweise: Cy Twombley. Notes from a Tower / The Artist in Northern Climate, Galerie Friedrich + Dahlem, München 1964 (vgl. die hier nachweislich austgestellte, eng verwandte Komposition, Del Roscio, Vol. 4, WVZ-Nr. 59, m. Abb.).
1928 - 2011
Untitled. 1964.
Mischtechnik. Bleistift, Wachskreide und Kugelschreiber auf Papier.
Rechts unten signiert und datiert. 70 x 99,7 cm (27,5 x 39,2 in), blattgroß.
1964 im Kontext der Zeichnungsfolge „Notes from a Tower“ entstanden, die Cy Twombly während eines Sommeraufenthaltes im Castel Gardena, Südtirol, geschaffen hat. [JS].
• Poetisch, sinnlich, rätselhaft - Twomblys intellektuelle Verdichtungen der 1960er Jahre gelten als Höhepunkt der amerikanischen Nachkriegskunst.
• Frühe, Ikonische Werkgruppe: Radikale Verschmelzung von Schrift und Bild.
• Eindrucksvolles, großes Format.
• Charakteristisch und unmittelbar: Papierarbeiten vergleichbarer Qualität sind auf dem internationalen Auktionsmarkt von großer Seltenheit.
• Seit fünfzig Jahren Teil einer bedeutenden süddeutschen Privatsammlung.
• Zeichnungen dieser wichtigen Schaffensphase befinden sich in renommierten Sammlungen, u. a. im Museum of Modern Art und im Whitney Museum, New York.
PROVENIENZ: Galerie Rüdiger Schöttle, München.
Privatsammlung Süddeutschland (1976 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Möglicherweise: Cy Twombley. Notes from a Tower / The Artist in Northern Climate, Galerie Friedrich + Dahlem, München 1964 (vgl. die hier nachweislich austgestellte, eng verwandte Komposition, Del Roscio, Vol. 4, WVZ-Nr. 59, m. Abb.).
Poetisch, sinnlich, unverwechselbar - Twomblys intellektuelle Verdichtungen als Ikonen der amerikanischen Nachkriegskunst
Poetisch, sinnlich, unmittelbar und unverwechselbar sind die Schöpfungen, die uns der amerikanische Maler Cy Twombly hinterlassen hat und die heute zu den Ikonen der amerikanischen Nachkriegskunst zählen. Twomblys Schaffen, das sich seit den späten 1950er Jahren in kalligraphischer Feinheit auf dem Bildgrund ausbreitet, fasziniert durch seine radikale Unangepasstheit, welche der viel belesene und weit gereiste Künstler aber niemals laut, sondern stets mit einer meisterlichen zeichnerischen Subtilität und Spontanität formuliert. Meist auf dem hellen, unbehandelten Malgrund ausgeführt, ist den sich sanft überlagernden kalligraphischen Kürzel und Zeichen seiner Zeichnungen und Gemälden eine poetisch-metaphysische Aura zu eigen, die bis heute die exklusive Position von Twomblys Schaffen innerhalb des Abstrakten Expressionismus und darüber hinaus innerhalb der weltweiten Nachkriegsavantgarde begründet. 2008 hat die Tate Modern anlässlich der großen Ausstellung „Cy Twombly. Cycles and Seasons“ nicht nur die Bedeutung dieses epochalen Werkes gewürdigt. sondern Twombly darüber hinaus unter die Titanen der amerikanischen Malerei gezählt, wenn es heißt „Tate Modern presents a major exhibition of works by Cy Twombly, one of the most highly regarded painters working today and a foremost figure among the generation of American artists that includes Jasper Johns, Robert Rauschenberg and Andy Warhol.“ (zit. nach: https://www.tate.org.uk/whats-on/tate-modern/cy-twombly). Ab 1960 beginnt Twombly, der bereits seit 1958 von der legendären New Yorker Leo Castelli Gallery vertreten wird, in seine bis dahin noch vorrangig in Graphit auf Leinwand oder Papier ausgeführten Kompositionen auch vermehrt Buntstift und farbige Kreiden zu integrieren, um schließlich eine komplexe, assoziative Gedankenwelt in sich überlagernden Zeichen und Kürzeln spontan und unmittelbar auf dem Bildgrund nieder zu schreiben.
Faszination Rom - Wegweisend und inspirierend: Twomblys frühe römischen Jahre und die Verschmelzung von Schrift und Bild
Oftmals ist der intellektuelle Ausgangspunkt dieser emotionalen Verdichtungen für den seit 1957 in Rom lebenden Künstler Themen der antiken Mythologie oder der italienischen Kunstgeschichte die mit Sinneseindrücken, Erinnerungen, Gedanken und Empfindungen zu einem komplexen intellektuellen Ganzen verschmelzen. Ein Blick auf Twomblys epochale Schöpfungen der frühen 1960er Jahre, wie etwa das großformatige Gemälde „Leda and the Swan. Rome 1962“ (Museum of Modern Art, New York) offenbart schnell, dass Twomblys erstmals Schrift- und Bildzeichen und damit letztlich Zeichnung und Malerei verschmelzende Bildsprache nachfolgende Künstler wie u.a. Jean-Michel Basquiat maßgeblich beeinflusst hat. Basquiat, der unter anderem die frühe Twombly-Retrospektive „Cy Twombly. Paintings and drawings, 1954-1977“ im Whitney Museum of American Art, New York, besucht hat, war fasziniert von dieser vollkommen neuartigen, emotional durchdrungenen gestischen Bildsprache und hat fortan Elemente, wie das Durchstreichen und Übermalen von Schriftzeichen übernommen und zu einem zentralen Charakteristikum seiner eignen Bildsprache weiterentwickelt. Twombly selbst erhält am legendären Black Mountain College in North Carolina, an das er 1951 auf Anraten seines New Yorker Freundes und Weggefährten Robert Rauschenberg wechselt und das aufgrund seines avantgardistischen Geistes in jenen Jahren für die Entwicklung des Abstrakten Expressionismus und des Color Field Painting von zentraler Bedeutung ist, entscheidende Impulse aus der freien, gestischen Malerei eines Franz Kline oder Robert Motherwell. Twombly beginnt in dieser Phase langsam die Grenzen zwischen Zeichnung und Malerei aufzuheben. Richtungsweisend ist diese Entscheidung für seinen eigenen Stil, für den vor allem die Zeichnungen der frühen 1960er Jahre, vorrangig in Rom entstanden, von fundamentaler Bedeutung sind, wie etwa auch die wichtige Ausstellung „Cy Twombley. Fifty Years of Works on Paper“ belegt, die 2005 unter anderem im Whitney Museum of American Art, New York, zu sehen war. Zeichnungen dieser für Twombleys gesamtes Werk wegweisenden Schaffensphase, an die sich ab 1966 die Werkgruppe der berühmten „Blackboard Paintings“ anschließt, befinden sich heute neben dem Whitney Museum und dem Museum of Modern Art, New York, noch in einer Vielzahl bedeutender Sammlungen weltweit. 2011 ist Twombly in Rom gestorben, seiner italienischen Wahlheimat, die für den großen amerikanischen Künstler aufgrund ihrer reichen antiken Historie und ihres südländischen Lebensgefühles für mehr als ein halbes Jahrhundert der entscheidende künstlerische Stimulus war. Bereits 1957 ist Twombly kurz nach seiner Hochzeit mit der italienischen Adligen Tatiana Franchetti nach Rom gezogen, wo er fortan gemeinsam mit seiner Frau einen gigantischen Palazzo aus des 17. Jahrhundert in der Via di Monserrato ganz in der Nähe des Campo di Fiori bewohnt, dessen beeindruckende Wohn- und Arbeitsräume spätestens 1966 durch die berühmte Fotostrecke in der Vogue zu einem der weltweit berühmtesten Künstlerateliers avancierten. Wie ein Dichter beginnt der junge Twombly die historische und emotionale Dichte der italienischen Kunstmetropole in sich auf zu saugen und scheinbar spielerisch in zeitlos abstrakte Schöpfungen von lyrischer Poesie und Schönheit zu verwandeln.
Von lyrischer Poesie und Schönheit - Die intellektuelle Tiefe und Unmittelbarkeit der Zeichnung
Assoziativ, sprunghaft und extrem verdichtet ist der Charakter dieser Zeichnungen der frühen römischen Jahre, die wie das vorliegende, großformatige Blatt gleich einer mehrfach beschrieben Tafel verschiedenste rätselhafte zeichnerische Verweise und Kürzel in sich tragen und damit das alles entscheidenden Fundament für die wenig später einsetzende Werkreihe der „Blackboard Paintings“ sind. Da ist vor allem das rote A im Zentrum, vielleicht eine assoziative Verkürzung des seit Twomblys Umzug in die italienische Hauptstadt immer wieder auftauchenden Schriftzuges „ROMA“. Oder doch vielmehr ein Verweis auf Apollo, den römischen Gott des Lichts und der Künste oder gar ein visuelles Kürzel für den Künstler selbst (artist/artista)? Aber vielleicht steht das „A“ auch für Amor, den Götterboten, den Gott des sinnlichen Verlanges und der Liebe? Passend zu den sexuell-erotischen Bildkürzeln auf der linken Seite des Blattes, die sich nach oben hin geradezu in eine spielerisch-leicht aufs Papier gesetzte Wolkenformation aufzulösen scheinen. Oder ist das rätselhafte „A“ doch am Ende der maximal reduzierte künstlerische Verweis auf dies alles zusammen, ein Bildkürzel, dass eben diese ganze Fülle von Assoziationen auf einmal und sicherlich darüber hinaus noch vieles mehr in sich trägt? Wahrscheinlich also führt Twombly uns in dieser rätselhaft-komplexen, großformatigen Komposition auch exemplarisch vor Augen, worin die besondere Qualität von Malerei und Zeichnung gerade auch im Vergleich zur Poesie und Dichtung liegt, nämlich in der Synchronität und Unmittelbarkeit ihres Ausdrucks, der all diese gestisch verdichteten Emotions- und Bedeutungsebenen, die sich im Geiste des Künstlers intellektuell und emotional überlagern, künstlerisch konserviert und visuell synchron erfahrbar werden lässt. Und so liegt die besondere Qualität von Cy Twomblys Schöpfungen dieser herausragenden Schaffensphase gerade in jener hoch verdichteten Unmittelbarkeit ihres optischen Ausdrucks. Einem Bild gewordenen Tagebucheintrag gleich hat Twombly sich in unserem großformatigen Blatt, welches seit nunmehr fünfzig Jahren Teil einer süddeutschen Privatsammlung mit bedeutenden Positionen internationaler Nachkriegskunst ist, sein tiefstes Inneres geradezu rauschhaft von der Seele geschrieben. [JS]
Poetisch, sinnlich, unmittelbar und unverwechselbar sind die Schöpfungen, die uns der amerikanische Maler Cy Twombly hinterlassen hat und die heute zu den Ikonen der amerikanischen Nachkriegskunst zählen. Twomblys Schaffen, das sich seit den späten 1950er Jahren in kalligraphischer Feinheit auf dem Bildgrund ausbreitet, fasziniert durch seine radikale Unangepasstheit, welche der viel belesene und weit gereiste Künstler aber niemals laut, sondern stets mit einer meisterlichen zeichnerischen Subtilität und Spontanität formuliert. Meist auf dem hellen, unbehandelten Malgrund ausgeführt, ist den sich sanft überlagernden kalligraphischen Kürzel und Zeichen seiner Zeichnungen und Gemälden eine poetisch-metaphysische Aura zu eigen, die bis heute die exklusive Position von Twomblys Schaffen innerhalb des Abstrakten Expressionismus und darüber hinaus innerhalb der weltweiten Nachkriegsavantgarde begründet. 2008 hat die Tate Modern anlässlich der großen Ausstellung „Cy Twombly. Cycles and Seasons“ nicht nur die Bedeutung dieses epochalen Werkes gewürdigt. sondern Twombly darüber hinaus unter die Titanen der amerikanischen Malerei gezählt, wenn es heißt „Tate Modern presents a major exhibition of works by Cy Twombly, one of the most highly regarded painters working today and a foremost figure among the generation of American artists that includes Jasper Johns, Robert Rauschenberg and Andy Warhol.“ (zit. nach: https://www.tate.org.uk/whats-on/tate-modern/cy-twombly). Ab 1960 beginnt Twombly, der bereits seit 1958 von der legendären New Yorker Leo Castelli Gallery vertreten wird, in seine bis dahin noch vorrangig in Graphit auf Leinwand oder Papier ausgeführten Kompositionen auch vermehrt Buntstift und farbige Kreiden zu integrieren, um schließlich eine komplexe, assoziative Gedankenwelt in sich überlagernden Zeichen und Kürzeln spontan und unmittelbar auf dem Bildgrund nieder zu schreiben.
Faszination Rom - Wegweisend und inspirierend: Twomblys frühe römischen Jahre und die Verschmelzung von Schrift und Bild
Oftmals ist der intellektuelle Ausgangspunkt dieser emotionalen Verdichtungen für den seit 1957 in Rom lebenden Künstler Themen der antiken Mythologie oder der italienischen Kunstgeschichte die mit Sinneseindrücken, Erinnerungen, Gedanken und Empfindungen zu einem komplexen intellektuellen Ganzen verschmelzen. Ein Blick auf Twomblys epochale Schöpfungen der frühen 1960er Jahre, wie etwa das großformatige Gemälde „Leda and the Swan. Rome 1962“ (Museum of Modern Art, New York) offenbart schnell, dass Twomblys erstmals Schrift- und Bildzeichen und damit letztlich Zeichnung und Malerei verschmelzende Bildsprache nachfolgende Künstler wie u.a. Jean-Michel Basquiat maßgeblich beeinflusst hat. Basquiat, der unter anderem die frühe Twombly-Retrospektive „Cy Twombly. Paintings and drawings, 1954-1977“ im Whitney Museum of American Art, New York, besucht hat, war fasziniert von dieser vollkommen neuartigen, emotional durchdrungenen gestischen Bildsprache und hat fortan Elemente, wie das Durchstreichen und Übermalen von Schriftzeichen übernommen und zu einem zentralen Charakteristikum seiner eignen Bildsprache weiterentwickelt. Twombly selbst erhält am legendären Black Mountain College in North Carolina, an das er 1951 auf Anraten seines New Yorker Freundes und Weggefährten Robert Rauschenberg wechselt und das aufgrund seines avantgardistischen Geistes in jenen Jahren für die Entwicklung des Abstrakten Expressionismus und des Color Field Painting von zentraler Bedeutung ist, entscheidende Impulse aus der freien, gestischen Malerei eines Franz Kline oder Robert Motherwell. Twombly beginnt in dieser Phase langsam die Grenzen zwischen Zeichnung und Malerei aufzuheben. Richtungsweisend ist diese Entscheidung für seinen eigenen Stil, für den vor allem die Zeichnungen der frühen 1960er Jahre, vorrangig in Rom entstanden, von fundamentaler Bedeutung sind, wie etwa auch die wichtige Ausstellung „Cy Twombley. Fifty Years of Works on Paper“ belegt, die 2005 unter anderem im Whitney Museum of American Art, New York, zu sehen war. Zeichnungen dieser für Twombleys gesamtes Werk wegweisenden Schaffensphase, an die sich ab 1966 die Werkgruppe der berühmten „Blackboard Paintings“ anschließt, befinden sich heute neben dem Whitney Museum und dem Museum of Modern Art, New York, noch in einer Vielzahl bedeutender Sammlungen weltweit. 2011 ist Twombly in Rom gestorben, seiner italienischen Wahlheimat, die für den großen amerikanischen Künstler aufgrund ihrer reichen antiken Historie und ihres südländischen Lebensgefühles für mehr als ein halbes Jahrhundert der entscheidende künstlerische Stimulus war. Bereits 1957 ist Twombly kurz nach seiner Hochzeit mit der italienischen Adligen Tatiana Franchetti nach Rom gezogen, wo er fortan gemeinsam mit seiner Frau einen gigantischen Palazzo aus des 17. Jahrhundert in der Via di Monserrato ganz in der Nähe des Campo di Fiori bewohnt, dessen beeindruckende Wohn- und Arbeitsräume spätestens 1966 durch die berühmte Fotostrecke in der Vogue zu einem der weltweit berühmtesten Künstlerateliers avancierten. Wie ein Dichter beginnt der junge Twombly die historische und emotionale Dichte der italienischen Kunstmetropole in sich auf zu saugen und scheinbar spielerisch in zeitlos abstrakte Schöpfungen von lyrischer Poesie und Schönheit zu verwandeln.
Von lyrischer Poesie und Schönheit - Die intellektuelle Tiefe und Unmittelbarkeit der Zeichnung
Assoziativ, sprunghaft und extrem verdichtet ist der Charakter dieser Zeichnungen der frühen römischen Jahre, die wie das vorliegende, großformatige Blatt gleich einer mehrfach beschrieben Tafel verschiedenste rätselhafte zeichnerische Verweise und Kürzel in sich tragen und damit das alles entscheidenden Fundament für die wenig später einsetzende Werkreihe der „Blackboard Paintings“ sind. Da ist vor allem das rote A im Zentrum, vielleicht eine assoziative Verkürzung des seit Twomblys Umzug in die italienische Hauptstadt immer wieder auftauchenden Schriftzuges „ROMA“. Oder doch vielmehr ein Verweis auf Apollo, den römischen Gott des Lichts und der Künste oder gar ein visuelles Kürzel für den Künstler selbst (artist/artista)? Aber vielleicht steht das „A“ auch für Amor, den Götterboten, den Gott des sinnlichen Verlanges und der Liebe? Passend zu den sexuell-erotischen Bildkürzeln auf der linken Seite des Blattes, die sich nach oben hin geradezu in eine spielerisch-leicht aufs Papier gesetzte Wolkenformation aufzulösen scheinen. Oder ist das rätselhafte „A“ doch am Ende der maximal reduzierte künstlerische Verweis auf dies alles zusammen, ein Bildkürzel, dass eben diese ganze Fülle von Assoziationen auf einmal und sicherlich darüber hinaus noch vieles mehr in sich trägt? Wahrscheinlich also führt Twombly uns in dieser rätselhaft-komplexen, großformatigen Komposition auch exemplarisch vor Augen, worin die besondere Qualität von Malerei und Zeichnung gerade auch im Vergleich zur Poesie und Dichtung liegt, nämlich in der Synchronität und Unmittelbarkeit ihres Ausdrucks, der all diese gestisch verdichteten Emotions- und Bedeutungsebenen, die sich im Geiste des Künstlers intellektuell und emotional überlagern, künstlerisch konserviert und visuell synchron erfahrbar werden lässt. Und so liegt die besondere Qualität von Cy Twomblys Schöpfungen dieser herausragenden Schaffensphase gerade in jener hoch verdichteten Unmittelbarkeit ihres optischen Ausdrucks. Einem Bild gewordenen Tagebucheintrag gleich hat Twombly sich in unserem großformatigen Blatt, welches seit nunmehr fünfzig Jahren Teil einer süddeutschen Privatsammlung mit bedeutenden Positionen internationaler Nachkriegskunst ist, sein tiefstes Inneres geradezu rauschhaft von der Seele geschrieben. [JS]
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