Sale: 606 / Evening Sale, June 12. 2026 in Munich → Lot 126000209

126000209
Paul Klee
Buntbewegtes an der Lage gemessen, 1928.
Quill
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 93,600 - 140,400
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000209
Paul Klee
Buntbewegtes an der Lage gemessen, 1928.
Quill
Estimate:
€ 80,000 - 120,000
$ 93,600 - 140,400
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Paul Klee
1879 - 1940
Buntbewegtes an der Lage gemessen. 1928.
Feder und Aquarell auf Papier, zerschnitten und neu kombiniert, auf zweitem Papier mit Randleisten auf Karton.
Links unten zweifach signiert, betitelt und bezeichnet mit "V.1." und "II". Rechts unten betitelt. 13,5 x 27,5 cm (5,3 x 10,8 in). Karton: 29,3 x 48,8 cm (11,5 x 19,2 in).
[AW].
• Leuchtendes Panorama auf dem geometrische und organische Formen zu einer landschaftlichen Partitur verschmelzen.
• Paul Klee übersetzt hier musikalisch-rhythmisches Vokabular in ein lichtdurchflutetes und intensiv koloristisches Aquarell.
• 1928 auf dem Höhepunkt seines Schaffens: Lehre am Bauhaus und einflussreiche Ägyptenreise.
• Über 70 Jahre in Familienbesitz von Joella und Herbert Bayer, der am Bauhaus in Dessau lehrte und dort Freundschaften mit Josef Albers, Walter Gropius und Paul Klee schloss.
PROVENIENZ: Sammlung Lily Klee, Bern (1940-1946).
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1949).
Buchholz Gallery/Valentin Gallery, Berlin/New York (1949-1950).
Sammlung Joella und Herbert Bayer, Aspen & Montecito (wohl vom Vorgenannten erworben).
Sammlung Jonathan Bayer, Aspen & London (durch Erbschaft vom Vorgenannten, seither in Familienbesitz).
Privatsammlung Süddeutschland (vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Gedächtnisausstellung Paul Klee, Kunsthalle Basel, 15.2.-23.3.1941, Kat.-Nr. 209 (m. Farbabb. S. 213).
LITERATUR: Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.), Paul Klee. Catalogue raisonné. 1883-1940, 9 Bde., Bern 1998-2003, Bd. 5, WVZ-Nr. 4753 (m. Abb. S. 266).
1879 - 1940
Buntbewegtes an der Lage gemessen. 1928.
Feder und Aquarell auf Papier, zerschnitten und neu kombiniert, auf zweitem Papier mit Randleisten auf Karton.
Links unten zweifach signiert, betitelt und bezeichnet mit "V.1." und "II". Rechts unten betitelt. 13,5 x 27,5 cm (5,3 x 10,8 in). Karton: 29,3 x 48,8 cm (11,5 x 19,2 in).
[AW].
• Leuchtendes Panorama auf dem geometrische und organische Formen zu einer landschaftlichen Partitur verschmelzen.
• Paul Klee übersetzt hier musikalisch-rhythmisches Vokabular in ein lichtdurchflutetes und intensiv koloristisches Aquarell.
• 1928 auf dem Höhepunkt seines Schaffens: Lehre am Bauhaus und einflussreiche Ägyptenreise.
• Über 70 Jahre in Familienbesitz von Joella und Herbert Bayer, der am Bauhaus in Dessau lehrte und dort Freundschaften mit Josef Albers, Walter Gropius und Paul Klee schloss.
PROVENIENZ: Sammlung Lily Klee, Bern (1940-1946).
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1949).
Buchholz Gallery/Valentin Gallery, Berlin/New York (1949-1950).
Sammlung Joella und Herbert Bayer, Aspen & Montecito (wohl vom Vorgenannten erworben).
Sammlung Jonathan Bayer, Aspen & London (durch Erbschaft vom Vorgenannten, seither in Familienbesitz).
Privatsammlung Süddeutschland (vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Gedächtnisausstellung Paul Klee, Kunsthalle Basel, 15.2.-23.3.1941, Kat.-Nr. 209 (m. Farbabb. S. 213).
LITERATUR: Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.), Paul Klee. Catalogue raisonné. 1883-1940, 9 Bde., Bern 1998-2003, Bd. 5, WVZ-Nr. 4753 (m. Abb. S. 266).
Das leuchtende Aquarell von 1928 sieht nicht nur auf den ersten Blick aus wie eine Art Partitur, sondern auch dem Titel nach lässt Paul Klee hier keine musikalischen Zweifel offen. "Buntbewegtes an der Lage gemessen" bedient sich deutlich am notenschriftlichen Vokabular: "bewegt" ist eine gängige Bezeichnung für ein lebhaftes, unruhiges Tempo. "Lage" bezieht sich auf die Position oder das Register der Note innerhalb des Tonumfangs eines Instruments oder einer Stimme. "Gemessen" impliziert Takt und Maß während "bunt" weniger musikalisch als chromatisch, als farbenfrohe Vielfalt eingeordnet werden kann. So lässt sich das Aquarell als visuelle Partitur lesen, in der Klee musikalischen Ausdruck in eine räumliche und koloristische Form überträgt.
Die Parallelen zwischen bildlicher und musikalischer Gestaltung sind im Schaffen von Klee kein Zufall. Sein Vater war Musiklehrer am Bernischen Staatsseminar, seine Mutter Sängerin – und so erlernt Klee selbst früh das Geigenspiel und tritt sowohl mit der Bernischen Musikgesellschaft als auch dem Stadtorchester auf.
Doch nicht allein die musikalische Dimension macht dieses Aquarell so besonders. Im Jahr 1928 befindet sich Paul Klee auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Als zentrale Figur im Lehrkörper des Bauhauses, dem er von 1920 bis 1931 angehört, durchlebt er eine dynamische wie auch fruchtbare Phase außergewöhnlicher intellektueller und kreativer Verdichtung – einen Freiraum, der es ihm erlaubt, die Grundlagen seines künstlerischen Denkens zu hinterfragen und gleichzeitig neue Wege zu erforschen.
Darüber hinaus unternimmt Klee 1928/29 eine Ägyptenreise, die sein Werk nachhaltig prägt. Seit der Tunisreise 1914 gemeinsam mit August Macke hat er keine größere Reise mehr unternommen. Landschaft, Licht und Architektur sollten ihn nachhaltig beeindrucken. Besonders seine Farbpalette gewinnt eine neue intensive Leuchtkraft und er wendet sich verstärkt satten und lichtdurchfluteten Farben zu, wofür in unserem Aquarell schon einige Ankläge zu finden sind. So drängen Farbflächen in Himmelblau, Ocker, Petrol, Rosé und Violett spannungsvoll sowie lebendig aneinander. Kantige Passagen, Ellipsen und geschwungene Bögen erzeugen dabei einen rhythmischen Ausdruck, den eine bestimmende, doch nicht beherrschende grafische Linie reizvoll rahmt.
"Buntbewegtes an der Lage gemessen" ist als Ergebnis einer visuell-musikalischen Komposition anzusehen, die Tonlage, Tempo und Harmonie eindrucksvoll in Farbe und Form übersetzt. Auf einem panoramaartigen Format inszeniert Paul Klee eine berauschende Begegnung geometrischer und organischer Formen, deren horizontaler Schwung zugleich an eine Partitur wie an eine Naturlandschaft erinnert. [AW]
Die Parallelen zwischen bildlicher und musikalischer Gestaltung sind im Schaffen von Klee kein Zufall. Sein Vater war Musiklehrer am Bernischen Staatsseminar, seine Mutter Sängerin – und so erlernt Klee selbst früh das Geigenspiel und tritt sowohl mit der Bernischen Musikgesellschaft als auch dem Stadtorchester auf.
Doch nicht allein die musikalische Dimension macht dieses Aquarell so besonders. Im Jahr 1928 befindet sich Paul Klee auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Als zentrale Figur im Lehrkörper des Bauhauses, dem er von 1920 bis 1931 angehört, durchlebt er eine dynamische wie auch fruchtbare Phase außergewöhnlicher intellektueller und kreativer Verdichtung – einen Freiraum, der es ihm erlaubt, die Grundlagen seines künstlerischen Denkens zu hinterfragen und gleichzeitig neue Wege zu erforschen.
Darüber hinaus unternimmt Klee 1928/29 eine Ägyptenreise, die sein Werk nachhaltig prägt. Seit der Tunisreise 1914 gemeinsam mit August Macke hat er keine größere Reise mehr unternommen. Landschaft, Licht und Architektur sollten ihn nachhaltig beeindrucken. Besonders seine Farbpalette gewinnt eine neue intensive Leuchtkraft und er wendet sich verstärkt satten und lichtdurchfluteten Farben zu, wofür in unserem Aquarell schon einige Ankläge zu finden sind. So drängen Farbflächen in Himmelblau, Ocker, Petrol, Rosé und Violett spannungsvoll sowie lebendig aneinander. Kantige Passagen, Ellipsen und geschwungene Bögen erzeugen dabei einen rhythmischen Ausdruck, den eine bestimmende, doch nicht beherrschende grafische Linie reizvoll rahmt.
"Buntbewegtes an der Lage gemessen" ist als Ergebnis einer visuell-musikalischen Komposition anzusehen, die Tonlage, Tempo und Harmonie eindrucksvoll in Farbe und Form übersetzt. Auf einem panoramaartigen Format inszeniert Paul Klee eine berauschende Begegnung geometrischer und organischer Formen, deren horizontaler Schwung zugleich an eine Partitur wie an eine Naturlandschaft erinnert. [AW]
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