Sale: 610 / Rare Books, Nov. 23. 2026 in Hamburg → Lot 426000306

426000306
Dürer, Albrecht
Sol justitiae, um 1499.
Engraving
Estimate: € 2,000 / $ 2,280
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
426000306
Dürer, Albrecht
Sol justitiae, um 1499.
Engraving
Estimate: € 2,000 / $ 2,280
Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
Dürer
Albrecht Dürer
Die Sonne der Gerechtigkeit (Sol juistitiae). Orig.-Kupferstich. In der Platte monogrammiert. Um 1499. Bütten. Blattformat 10,7 : 7,7 cm (blattgroß).
Trotz ihres kleinen Formats ist die feinlinige Sol Justitiae eines der beeindruckendsten Schöpfungen Albrecht Dürers.
Dürers Kupferstich verbindet auf kreative Weise heidnische, astrologische und biblische Symbole. Die blattfüllende Darstellung zeigt die personifizierte Sonne auf einem Löwen reitend. Die Figur trägt ein weites wallendes Gewand und einen doppelten Strahlennimbus, die Beine sind richterlich überkreuzt, in der rechten Hand streckt sie das Schwert empor, während die linke die Waage der Gerechtigkeit hält.
Die Darstellung der auf dem Löwen reitenden Sonne, begegnete Dürer in Venedig, nachdem sie aus osmanischen Regionen dorthin Einzug erhalten hatte. Mit der Zugabe der Attribute der Gerechtigkeit (Schwert und Waage) erweiterte Dürer diese Darstellungsform. Als Allegorie komponiert, rezitiert sie hier die Lebenskraft und moralbasierte Gerechtigkeit.
Anders als die Göttin Justitia, die traditionell mit verbundenen Augen dargestellt wird, blickt der Jüngling auf dem Löwen mit weit geöffneten, herausfordernden und flammenden Augen auf alles herab. So zeigt sich die Sonne der Gerechtigkeit, die in Flammen erscheint und am Tag des Jüngsten Gerichts über die Menschheit richtet. Dies wird durch die überkreuzten Beine als Zeichen der Rechtsprechung unterstrichen.
Kurz vor der Jahrhundertwende beschäftigt Dürer sich sehr mit der Apokalypse. Weltuntergang, Tod und Krankheit sind zu seiner Zeit allgegenwärtig. So wurden z. B. 1499, im Jahr der Entstehung der Sol Justitiae , alle Juden aus Dürers Heimatstadt Nürnberg vertrieben, da sie als Sündenböcke für den Schwarzen Tod herhalten mußten. Das Jüngste Gericht, das Ende der Welt, ist ein zentrales Motiv der damaligen Kunst. Die Sonnenfigur in Dürers kleiner Radierung verkörpert zugleich Christus, Richter, Justitia und den antiken Sonnengott.
- ZUSTAND: Etwas berieben, umlaufend bis auf die Plattenkante geschnitten, am linken Blattrand hinterlegt, mit 4 leichten Papierausdünnungen im Rand- und Eckbereich.
LITERATUR: Schoch/Mende/Scherbaum 23. - Bartsch 79. - 73, Meder 73 c (von d).
Despite its small format, the finely engraved "Sol Justitiae" is one of Albrecht Dürer's most impressive creations. Original copper engraving. Monogrammed in the plate. Circa 1499. Laid paper. Sheet 10.7 : 7.7 cm (sheet size). - Slightly rubbed; trimmed to the platemark on all sides; backed along the left edge; 4 slight paper thinnings in the margin and corner areas.
Albrecht Dürer
Die Sonne der Gerechtigkeit (Sol juistitiae). Orig.-Kupferstich. In der Platte monogrammiert. Um 1499. Bütten. Blattformat 10,7 : 7,7 cm (blattgroß).
Trotz ihres kleinen Formats ist die feinlinige Sol Justitiae eines der beeindruckendsten Schöpfungen Albrecht Dürers.
Dürers Kupferstich verbindet auf kreative Weise heidnische, astrologische und biblische Symbole. Die blattfüllende Darstellung zeigt die personifizierte Sonne auf einem Löwen reitend. Die Figur trägt ein weites wallendes Gewand und einen doppelten Strahlennimbus, die Beine sind richterlich überkreuzt, in der rechten Hand streckt sie das Schwert empor, während die linke die Waage der Gerechtigkeit hält.
Die Darstellung der auf dem Löwen reitenden Sonne, begegnete Dürer in Venedig, nachdem sie aus osmanischen Regionen dorthin Einzug erhalten hatte. Mit der Zugabe der Attribute der Gerechtigkeit (Schwert und Waage) erweiterte Dürer diese Darstellungsform. Als Allegorie komponiert, rezitiert sie hier die Lebenskraft und moralbasierte Gerechtigkeit.
Anders als die Göttin Justitia, die traditionell mit verbundenen Augen dargestellt wird, blickt der Jüngling auf dem Löwen mit weit geöffneten, herausfordernden und flammenden Augen auf alles herab. So zeigt sich die Sonne der Gerechtigkeit, die in Flammen erscheint und am Tag des Jüngsten Gerichts über die Menschheit richtet. Dies wird durch die überkreuzten Beine als Zeichen der Rechtsprechung unterstrichen.
Kurz vor der Jahrhundertwende beschäftigt Dürer sich sehr mit der Apokalypse. Weltuntergang, Tod und Krankheit sind zu seiner Zeit allgegenwärtig. So wurden z. B. 1499, im Jahr der Entstehung der Sol Justitiae , alle Juden aus Dürers Heimatstadt Nürnberg vertrieben, da sie als Sündenböcke für den Schwarzen Tod herhalten mußten. Das Jüngste Gericht, das Ende der Welt, ist ein zentrales Motiv der damaligen Kunst. Die Sonnenfigur in Dürers kleiner Radierung verkörpert zugleich Christus, Richter, Justitia und den antiken Sonnengott.
- ZUSTAND: Etwas berieben, umlaufend bis auf die Plattenkante geschnitten, am linken Blattrand hinterlegt, mit 4 leichten Papierausdünnungen im Rand- und Eckbereich.
LITERATUR: Schoch/Mende/Scherbaum 23. - Bartsch 79. - 73, Meder 73 c (von d).
Despite its small format, the finely engraved "Sol Justitiae" is one of Albrecht Dürer's most impressive creations. Original copper engraving. Monogrammed in the plate. Circa 1499. Laid paper. Sheet 10.7 : 7.7 cm (sheet size). - Slightly rubbed; trimmed to the platemark on all sides; backed along the left edge; 4 slight paper thinnings in the margin and corner areas.
Headquarters
Joseph-Wild-Str. 18
81829 Munich
Phone: +49 89 55 244-0
Fax: +49 89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Phone: +49 40 37 49 61-0
Fax: +49 40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Dr. Simone Wiechers / Nane Schlage
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Phone: +49 30 88 67 53-63
Fax: +49 30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Cologne
Phone: +49 221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Hessen
Rhineland-Palatinate
Miriam Heß
Phone: +49 62 21 58 80-038
Fax: +49 62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
We will inform you in time.



