32
Johann Christoph Harenberg
Vernünftige und Christliche Gedancken uber die Vampirs, 1733.
Estimate: € 1,000 / $ 1,160
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Johann Christoph Harenberg
Vernünftige und Christliche Gedancken uber die Vampirs, 1733.
Estimate: € 1,000 / $ 1,160
Blutsauger
Johann Christoph Harenberg
Vernünftige und Christliche Gedancken Uber die Vampirs Oder Bluhtsaugende Todten, So unter den Türcken und auf den Gräntzen des Servien-Landes den lebenden Menschen und Viehe das Bluht aussaugen sollen. Wolfenbüttel, J. C. Meißner 1733.
• Erste Ausgabe
• Schwer auffindbarer und grundlegender Text der frühen europäischen Vampirologie
• Erschien zum Höhepunkt des Vampirstreits
Das Werk erschien auf dem Höhepunkt des Vampirstreits im 18. Jahrhundert und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen intellektuellen Reaktionen auf die Vampirpanik, die Mittel- und Südosteuropa erfaßte. Die Hysterie, die die Öffentlichkeit nach den offiziellen militärischen und medizinischen Berichten der Habsburger von den serbischen Grenzen in ihren Bann zog, führte den slawischen Begriff und das Wort „Vampir“ in den Wortschatz der westeuropäischen Aufklärung ein.
Der Theologe, Historiker und Schulrektor Johann Christoph Harenberg (1696-1774) nähert sich diesem erschreckenden zeitgenössischen Phänomen mit einer raffinierten Mischung aus frühem wissenschaftlichem Rationalismus und protestantischer Orthodoxie. In 45 Paragraphen unterteilt bietet er seinen Lesern detaillierte Fallstudien angeblicher Vampirangriffe und ritueller Leichenschändungen im unruhigen Grenzgebiet zwischen dem Osmanischen Reich und Serbien und dekonstruiert zugleich systematisch die damit verbundenen übernatürlichen Mythen.
Er verwirft entschieden die physische Realität der wiederauferstandenen Toten und diagnostiziert die Epidemie brillant nicht als reale Bedrohung, sondern als „Phantastische Seuche“ (eine Krankheit der Einbildungskraft). Er argumentiert, daß die vermeintlichen Heimsuchungen tragische Folgen von massenpsychologischen Traumata, ländlicher Unwissenheit, vorzeitigen Bestattungen sowie natürlichen, mißverstandenen Verwesungsprozessen seien. Zudem vertritt Harenberg aus theologischer Sicht die Auffassung, daß Gott niemals zulassen würde, daß die Seelen Verstorbener zu solch grotesken Zwecken in die Welt der Lebenden zurückkehren; die Sichtungen führt er stattdessen auf dämonische Trugbilder oder schlichte Sinnestäuschungen zurück.
EINBAND: Lederband d. Zt. 17 : 10 cm. - KOLLATION: 136 S., 4 Bll. - ZUSTAND: Leicht gebräunt, fliegende Vorsätze entfernt. Einband berieben, Rücken mit Resten von Papierschildern. - PROVENIENZ: Niedersächsischer Privatbesitz.
LITERATUR: VD 18, 1447803X. - Sturm/Völker S. 463ff. - Nicht bei Graesse, Magica, Caillet, Rosenthal, Ackermann, Witchcraft etc.
First and only edition of this rare and seminal text of early European vampiric studies. Contemp. leather. 17 : 10 cm. - Slightly browned, free endpapers removed. Binding rubbed, spine with remnants of paper labels.
Johann Christoph Harenberg
Vernünftige und Christliche Gedancken Uber die Vampirs Oder Bluhtsaugende Todten, So unter den Türcken und auf den Gräntzen des Servien-Landes den lebenden Menschen und Viehe das Bluht aussaugen sollen. Wolfenbüttel, J. C. Meißner 1733.
• Erste Ausgabe
• Schwer auffindbarer und grundlegender Text der frühen europäischen Vampirologie
• Erschien zum Höhepunkt des Vampirstreits
Das Werk erschien auf dem Höhepunkt des Vampirstreits im 18. Jahrhundert und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen intellektuellen Reaktionen auf die Vampirpanik, die Mittel- und Südosteuropa erfaßte. Die Hysterie, die die Öffentlichkeit nach den offiziellen militärischen und medizinischen Berichten der Habsburger von den serbischen Grenzen in ihren Bann zog, führte den slawischen Begriff und das Wort „Vampir“ in den Wortschatz der westeuropäischen Aufklärung ein.
Der Theologe, Historiker und Schulrektor Johann Christoph Harenberg (1696-1774) nähert sich diesem erschreckenden zeitgenössischen Phänomen mit einer raffinierten Mischung aus frühem wissenschaftlichem Rationalismus und protestantischer Orthodoxie. In 45 Paragraphen unterteilt bietet er seinen Lesern detaillierte Fallstudien angeblicher Vampirangriffe und ritueller Leichenschändungen im unruhigen Grenzgebiet zwischen dem Osmanischen Reich und Serbien und dekonstruiert zugleich systematisch die damit verbundenen übernatürlichen Mythen.
Er verwirft entschieden die physische Realität der wiederauferstandenen Toten und diagnostiziert die Epidemie brillant nicht als reale Bedrohung, sondern als „Phantastische Seuche“ (eine Krankheit der Einbildungskraft). Er argumentiert, daß die vermeintlichen Heimsuchungen tragische Folgen von massenpsychologischen Traumata, ländlicher Unwissenheit, vorzeitigen Bestattungen sowie natürlichen, mißverstandenen Verwesungsprozessen seien. Zudem vertritt Harenberg aus theologischer Sicht die Auffassung, daß Gott niemals zulassen würde, daß die Seelen Verstorbener zu solch grotesken Zwecken in die Welt der Lebenden zurückkehren; die Sichtungen führt er stattdessen auf dämonische Trugbilder oder schlichte Sinnestäuschungen zurück.
EINBAND: Lederband d. Zt. 17 : 10 cm. - KOLLATION: 136 S., 4 Bll. - ZUSTAND: Leicht gebräunt, fliegende Vorsätze entfernt. Einband berieben, Rücken mit Resten von Papierschildern. - PROVENIENZ: Niedersächsischer Privatbesitz.
LITERATUR: VD 18, 1447803X. - Sturm/Völker S. 463ff. - Nicht bei Graesse, Magica, Caillet, Rosenthal, Ackermann, Witchcraft etc.
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