126000956
Gerhard Richter
Fuji, 1996.
Oil
Estimate:
€ 350,000 - 450,000

 
$ 406,000 - 522,000

Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000956
Gerhard Richter
Fuji, 1996.
Oil
Estimate:
€ 350,000 - 450,000

 
$ 406,000 - 522,000

Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
 

Gerhard Richter
1932

Fuji. 1996.
Öl auf Alucobond.
Verso signiert sowie mit dem Editionsetikett, dort mit der Werknummer "839/54" bezeichnet. 29 x 37 cm (11,4 x 14,5 in).
Teil der berühmten, titelgleichen Werkfolge, die von Richter für die gleichnamige Ausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, geschaffen und in direktem Anschluss über die Galerie Fred Jahn, München, veräußert wurde. Die Gemälde der "Fuji"-Werkreihe wurden teils im Hoch- sowie teils im Querformat jeweils als Unikat von Richter in der gleichen Farbzusammenstellung ausgeführt. Jedes Gemälde unterscheidet sich nicht nur in der individuellen Gewichtung der einzelnen Farbkomponeten, sondern auch durch seinen durch den Einsatz des Rakels hervorgerufenen, stark variierenden Farbverlauf. [JS].

• Auf dem Höhepunkt: Seit Ende der 1980er Jahre entstehen Richters reife "Abstrakte Bilder", in denen allein der Rakel die Malerei dominiert.
• Zwischen Kalkül und Zufall: Richter ist fortan der Schöpfer einer radikal neuartigen malerischen Ästhetik.
• Maximale Perfektion: Erstmals in der "Fuji"-Werkfolge führt Richter seine ikonische Rakeltechnik auf der glatten Metalloberfläche des Alucobond aus.
• "Fuji" (839-54) – Perfekte Symbiose aus Sinnlichkeit und Härte, abstrakter Farblandschaft und gegenständlicher Assoziationsdichte.
• Richters Jahrhundertwerk wurde u. a. mit Retrospektiven im Museum of Modern Art, New York (2002), der Tate Modern, London (2013/14), dem Metropolitan Museum of Art, New York (2020), und der Fondation Louis Vuitton, Paris (2025/26), geehrt
.

PROVENIENZ: Galerie Fred Jahn, München (direkt vom Künstler).
Galerie Leidel, München.
Privatsammlung Süddeutschland (2014 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Gerhard Richter, Fuji, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 1997.

LITERATUR: Dietmar Elger, Gerhard Richter. Catalogue raisonné, Bd. 5: 1994-2006 (Nr. 806-899-8), Berlin 2019, WVZ-Nr. 839-54 (mit Abb. links oben in dem zweiten Studiofoto auf S. 209 mit anderen Gemälden der Werkreihe).
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(in Auswahl)
Dietmar Elger, Gerhard Richter. Maler, Köln 2002, S. 335.
Gerhard Richter, Ausst.-Kat. K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2005 (m. Abb., zwei andere Gemälde der Werkreihe).
Hubertus Butin, Stefan Gronert und Philipp Olbricht (Hrsg.), Gerhard Richter. Editionen 1965-2013. Catalogue Raisonné, Ostfildern 2014, Kat.-Nr. 89, S. 260 (m. Abb., S. 44 und 260, ein anderes Gemälde der Werkreihe).
Dietmar Elger, Gerhard Richter. Maler, Tokio 2017, Abb. S. 270 (ein anderes Gemälde der Werkreihe).
Hubertus Butin, Gerhard Richter. Unikate in Serie / Unique Pieces in Series, Köln 2017, S. 132, 136 (m. Abb. S. 138/139, zwei andere Gemälde der Werkreihe).
Kerstin Küster, Farbe und Schichtung. Abstrakte Bilder 1986-2005, in: Gerhard Richter. Abstraktion, Ausst.-Kat. Museum Barberini, Postsdam 2018, S. 173.

"Continuing its tradition of landmark monographic exhibitions devoted to leading figures of 20th and 21st-century art – including Jean-Michel Basquiat, Joan Mitchell, Mark Rothko, and David Hockney – the Fondation [Louis Vuitton] dedicates all its galleries to Gerhard Richter, widely regarded as one of the most important and internationally celebrated artists of his generation."
Fondation Louis Vuitton, Paris, zur Ausstellung "Gerhard Richter" (Okt. 2025 bis März 2026), https://www.fondationlouisvuitton.fr/en/events/gerhard-richter-exhibition.

Die Gemälde der wichtigen Werkreihe „Fuji“ sind die ersten, in denen Richter seine ikonische Rakeltechnik, die seit den späten 1980er Jahren sein malerisches Schaffen dominiert, auf eine weitere Stufe der technischen Perfektion hebt, indem er nicht mehr Leinwandgewebe auf Keilrahmen für seine Malerei nutzt, sondern die glatte Metalloberfläche des Alucubond. Auf den gleichnamigen japanischen Vulkan verweisend hat uns Richter, auf dem Höhepunkt des von ihm entwickelten malerischen Prinzips eines kalkulierten Zufalls, in dieser Werkfolge aus der Kombination von Rot, Grün und Weiß, das besondere Variationsreichtum seiner Rakeltechnik vor Augen geführt und abstrakte Farblandschaften von herausragender Qualität und Dichte geschaffen. In die sanfte Unschärfe des Rakels gehüllt rufen diese dem Titel der berühmten Werkreihe entsprechend Assoziationen an traditionelle asiatische Landschaftsmalerei wach, an Himmel, Berge und Spiegelungen im Wasser. Zudem tragen die Gemälde der „Fuji“- Werkreihe - wie in der vorliegenden, besonders akzentuierten und dichten Komposition besonders schön zu erkennen - auch ein lavaähnliches Glühen der von Rot bis hin zu leuchtendem Orange variierenden Farbverläufe in sich. In „Fuji“ hat Richter nicht nur Schärfe und Unschärfe, Tiefe und Fläche sowie Hell und Dunkel in eine perfekte Balance gebracht, sondern darüber hinaus durch die Wahl des glatten metallischen Bildträgers seine Malerei technisch souverän auf eine weitere Stufe gehoben, indem er nicht mehr wie bisher Leinwand, sondern eine Alucobond genannte, dünne Aluminiumplatte als Bildträger wählt. Richter reizt die Härte des Materials, die eine technische Perfektionierung seiner Malerei möglich macht, da es einen höheren Druck des Rakels zulässt und sich die Ölfarben auf der glatten und harten Oberfläche besonders weich und fein vermischen. Anders als auf Leinwand gibt es auf der Aluminiumfläche zudem nichts, was die Durchmischung und den mit dem Rakel in einer Vielzahl von Schichten aufgetragenen Farbverlauf stört, keine Gewebestruktur, keine Keilrahmenstreben, keine sich durch das Umfalten erhebenden und sich im finalen Farbverlauf abzeichnenden Leinwandkanten. Das Ergebnis ist eine technisch wie ästhetisch beeindruckende Malerei, die ohne deutliche Zeichen ihres manuellen Schaffensprozesses doch in all ihrer Perfektion und Klarheit die unverwechselbare malerische Handschrift des Jahrhundertkünstlers Gerhard Richters in sich trägt. [JS]





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