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126000979
Gabriele Münter
Rote Wolke, Haus Nr. 1, 1910.
Oil
Estimate:
€ 140,000 - 180,000

 
$ 162,400 - 208,800

Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
126000979
Gabriele Münter
Rote Wolke, Haus Nr. 1, 1910.
Oil
Estimate:
€ 140,000 - 180,000

 
$ 162,400 - 208,800

Information on buyer's premium, taxation and resale right compensation will be available four weeks before the auction.
 

Gabriele Münter
1877 - 1962

Rote Wolke, Haus Nr. 1. 1910.
Öl auf Malpappe.
Verso datiert und betitelt. Verso mit dem Nachlassstempel, einem Aufkleber mit der teils handschriftlich, teils gestempelten Nummer "L 129" und der handschriftlichen Bezeichnung "L 129". 39 x 33 cm (15,3 x 12,9 in). [EH].

• Kühne Farbpalette mit besonderer Strahlkraft.
• Als Schlüsselfigur des "Blauen Reiter" verbindet Münter zeitlebens Naturdarstellung, Ausdruck und Farbe auf besondere Weise.
• Zuletzt wurde ihr Werk im Frühjahr 2026 mit der umfassenden Retrospektive "Gabriele Münter. Contours of a World" im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, gewürdigt
.

Mit einer schriftlichen Bestätigung der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung vom 4. März 2009 (in Kopie). Das Gemälde wird in das Werkverzeichnis der Gemälde von Gabriele Münter aufgenommen.

PROVENIENZ: Nachlass der Künstlerin.
Sammlung Firma Eisenmann, Böblingen (verso mit Besitzvermerken).
Kunsthandel Peter Eltz, Salzburg.
Privatsammlung Süddeutschland (2009 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Gabriele Münter, Kunstverein in Hamburg, 9.4.-29.5.1988; Hessisches Landesmuseum, Darmstadt, 29.6.-21.8.1988; Sammlung Eisenmann, Aichtal-Aich, 3.-25.9.1988, Kat.-Nr. 73, Taf. LVIII.
Gabriele Münter, Galerie Thomas, München, 10.11.2017-10.2.2018, S. 20f. m. Farbabb. (auf der Rahmenrückseite mit dem Etikett).

Im Sommer 1908 erkunden Gabriele Münter und Wassily Kandinsky das Alpenvorland rund um Murnau, im darauffolgenden Jahr kann Gabriele Münter dort das "Russen-Haus" kaufen, das heute unter dem Namen "Gabriele Münter-Haus" bekannt ist. Vom ersten Moment an ist Gabriele Münter fasziniert von der landschaftlichen Schönheit des "Blauen Landes", wie die Gegend um Murnau auch genannt wird. Nicht nur die sanfte Hügellandschaft rings um den Staffelsee und die Ebene des Murnauer Mooses vor den aufsteigenden Bergen faszinieren sie, sondern auch ganz besonders das Farbenspiel der Wolken und des Himmels im sich wandelnden Licht des Tages.
In unserem Gemälde "Rote Wolke, Haus Nr. 1" fängt Gabriele Münter die "blaue Stunde" ein, den Moment nach Sonnenuntergang, in dem der Himmel noch von der Sonne hinter dem Horizont erleuchtet und die nächtliche Dunkelheit noch nicht aufgezogen ist. Hier leuchtet der Himmel zwischen Blau und Violett, das Licht ist wie aus einer anderen Welt und verleiht der Umgebung etwas Unwirkliches. Münter setzt sehr mutig Akzente durch die titelgebende rote Wolke, den leuchtend gelben Baum und das vielfältige Farbspektakel, das die versinkende Sonne in den Himmel über dem Haus zaubert. Wie wichtig ihr diese Naturphänomene sind und wie unmittelbar sie diese umsetzt, schildert Gabriele Münter noch Jahre später: "[...] und dahinter den blauen Berg und rote Abendwölkchen am Himmel. Ich schrieb das Bild, das sich mir bot, schnell hin." (A. Hoberg (Hrsg.), Wassily Kandinsky und Gabriele Münter in Murnau und Kochel, 1902–1914. Briefe und Erinnerungen, München 1994, S. 54)
Die Besonderheit der Wolkenformationen des Voralpenlandes und die immer wieder besondere Illumination des Himmels hält die Künstlerin in ihren Gemälden fest. Es sei in diesem Zusammenhang nur auf die Bilder "Staffelsee mit rotem Haus, 1908" (Öl auf Leinwand, vgl. Ketterer Kunst, Auktion 392, Los 5 (112001367)) oder "Rote Wolke" (1910, Öl auf Leinwand, Kunstsammlung Chemnitz, Museum Gunzenhauser) verwiesen.
Unser Gemälde ist in der Zeit entstanden, in der Gabriele Münter Mitglied der "Neuen Künstlervereinigung München" ist. Die Zeit von 1908 bis 1910 umfasst die zwei Jahre, in denen sie den in Murnau gefundenen Stil weiterentwickelt und sich loslöst von den nur großflächigen Farbmalereien.
In der farblich starken Komposition "Rote Wolke, Haus Nr. 1" hat Münter dabei eine künstlerische Progressivität erreicht, wie sie für ihr ansonsten zumeist eher gemäßigtes expressionistisches Schaffen außergewöhnlich ist. Hier zeigt sich ihre im Austausch mit Wassily Kandinsky und besonders mit Alexej von Jawlensky neu entwickelte künstlerische Handschrift: ihre Fähigkeit, das Gesehene auf wesentliche Formen zu reduzieren und Farben losgelöst vom Natureindruck in ihrer reinsten Form frei einzusetzen. [EH]





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