
665
Gerhart Hauptmann
Eigh. Brief. Um 1892.
Estimate:
€ 300 / $ 342 Sold:
€ 528 / $ 601 (incl. surcharge)
665
Gerhart Hauptmann
Eigh. Brief. Um 1892.
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Hauptmann, Gerhart, Dichter, 1862-1946. Eigh. Brief m. U. "Gerhart". O. O. und J. (wohl St. Gallen, Spätsommer 1892). 1 1/2 S. Kl.-8vo.
Vermutlich an den Freund und Theaterregisseur Otto Brahm (1856-1912). Über die geplante, bekanntermaßen mit Schwierigkeiten verbundene Uraufführung seines berühmtesten Dramas Die Weber an der Freien Bühne Berlin sowie über Arbeiten an dem Bauernkriegsdrama Florian Geyer , wofür Hauptmann erstmals im Juli und August 1892 zu Studienzwecken nach Franken und in die Schweiz nach St. Gallen reiste. ".. da bin ich wieder in den Bergen bei den sieben Zwergen. Was wollt Ihr von mir? Soll ich zum Minister gehen? Ich habe keinen Frack, werde mir auch nicht erst einen kaufen. Es würde ja überdies doch hinausgeworfenes Geld sein .. Warum ist Berlin nicht München, wo es so gutes Bier und noch bessere Kunst giebt? Natürlich sollen die Weber nun heraus. Schreib mir doch, was für Dispositionen du getroffen, ich bin einverstanden mit Allem. Muss ich mitwirken die Kräfte zusammenzubringen, so mache mir das plausibel. Sonst komme ich erst um mein Regiegenie zu entfalten. Ich bin nämlich ziemlich gefesselt. Florian Geyer hält meine Beine umklammert und meine Hände mühen sich mit einem Lustspielembryo, der durchaus nicht das Licht der Welt sehen will .." Die Fertigstellung von Florian Geyer sollte noch fast vier weitere Jahre in Anspruch nehmen (Uraufführung am 4. Januar 1896); bei dem erwähnten "Embryo" handelt es sich wohl um das Lustspiel Der eingebildete Kranke , das jedoch unvollendet blieb.
Vermutlich an den Freund und Theaterregisseur Otto Brahm (1856-1912). Über die geplante, bekanntermaßen mit Schwierigkeiten verbundene Uraufführung seines berühmtesten Dramas Die Weber an der Freien Bühne Berlin sowie über Arbeiten an dem Bauernkriegsdrama Florian Geyer , wofür Hauptmann erstmals im Juli und August 1892 zu Studienzwecken nach Franken und in die Schweiz nach St. Gallen reiste. ".. da bin ich wieder in den Bergen bei den sieben Zwergen. Was wollt Ihr von mir? Soll ich zum Minister gehen? Ich habe keinen Frack, werde mir auch nicht erst einen kaufen. Es würde ja überdies doch hinausgeworfenes Geld sein .. Warum ist Berlin nicht München, wo es so gutes Bier und noch bessere Kunst giebt? Natürlich sollen die Weber nun heraus. Schreib mir doch, was für Dispositionen du getroffen, ich bin einverstanden mit Allem. Muss ich mitwirken die Kräfte zusammenzubringen, so mache mir das plausibel. Sonst komme ich erst um mein Regiegenie zu entfalten. Ich bin nämlich ziemlich gefesselt. Florian Geyer hält meine Beine umklammert und meine Hände mühen sich mit einem Lustspielembryo, der durchaus nicht das Licht der Welt sehen will .." Die Fertigstellung von Florian Geyer sollte noch fast vier weitere Jahre in Anspruch nehmen (Uraufführung am 4. Januar 1896); bei dem erwähnten "Embryo" handelt es sich wohl um das Lustspiel Der eingebildete Kranke , das jedoch unvollendet blieb.
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