Sale: 421 / Rare Books, May 18./19. 2015 in Hamburg Lot 14

 
14
Hans von Francolin
Thurnier Buech. 1561
Estimate:
€ 12,000 / $ 14,040
Sold:
€ 16,800 / $ 19.656

(incl. 20% surcharge)
Lot description
Francolin, Hans von, Thurnier Buech Warhafftiger Ritterlicher Thaten, so in dem Monat Junij des vergangnen 60. Jars in und ausserhalb der Statt Wienn zu Roß und zu Fueß, auff Wasser und Lannd gehalten worden .. Mit Titelbordüre aus 10 Wappenholzschnitten , ganzseit. Holzschnitt-Porträt von Kaiser Ferdinand I., großer emblemat. Radierung von Johann Schlutpacher von Rauris, 1 ganzseit. Holzschnitt , 7 gefalt. Radierungen (davon 2 von Lautensack) sowie 45 Wappenholzschnitten (auf 2 Tafeln) und Holzschnitt-Druckermarke am Ende. Wien, Raphael Skrzetusky gen. Hofhalter [1561]. Zeitgenöss. flexibler Pergamentband. Folio (30 : 20 cm). 6 nn., 80 (recte 84) röm. num. Bll., 1 nn. Bl.

Seltene erste deutsche Ausgabe des schönsten frühen Turnierbuchs . Es beschreibt mit spektakulären Bildern die Turniere, Schaukämpfe, Bälle und Bankette, die zu Ehren des Wienbesuchs Herzog Albrechts V. von Bayern, Schwiegersohn des Kaisers und Schwager des Königs von Böhmen, Maximilian II., abgehalten wurden, darunter eine aufwendig inszenierte Seeschlacht. "Das Buch ist von großem kultur- und kunstgeschichtlichem Interesse, indem es erstens über das Turnier, dann über die hübschen Volksfeste bei jener Gelegenheit in Wort und Bild Aufschluß gibt, außerdem ist das Werk schon längst eine typographische Seltenheit" (ADB VII, 247). Der Verfasser, ein burgundischer Edelmann, war Herold von Johann II. Sigismund Zápolya, König von Ungarn. Er gilt als der erste Edelmann, der Herold im Bereich des Heiligen Römischen Reiches wurde.
Unter den Illustrationen finden sich ein blattgroßes Porträt des Erzherzogs Maximilian in ganzer Figur von Donat Hübschmann (Hollstein XV A, S. 106, Nr. 26) und eine allegorische Radierung von J. Schlutpacher de Rauris, ein weiterer blattgr. Holzschnitt zeigt Herzog Heinrich d. J. von Meißen als Anführer der Fußtruppen. Die großen Radierungen (je ca. 38:50 cm) zeigen ein Fußturnier auf dem Burgplatz (von H. Lautensack, Mayer: "interessant und figurenreich"), das kaiserliche Mahl (Mayer: "fur die Costümkunde interessant"), einen Festball (monogrammiert FA; Nagler, Monogr. II, 1864), ein Turnier zu Pferde (von H. Lautensack), ein Turnier zu Pferde und zu Fuß, ein Turnier auf freiem Felde (wahrscheinlich dem Prater) mit der Stadt Wien im Hintergrund sowie eine nicht näher bezeichnete Seeschlacht. - Titel mit Wasserfleck und altem Bibl.-Stempel (nicht zu identifizieren), 2 Bll. etw. gebräunt, letztes Bl. am Rand mit kl. Wachsfleck, 4 Taf. mit kl. Falzriß, 3 Taf. an einer Seite knapp beschnitten, 1 Lage und 1 Falttafel gelöst. RDeckel und Rücken mit wenigen Wurmspuren, hint. Innengelenk gelöst. Insges. schönes und vollständiges Exemplar , sehr selten, die Tafeln durchweg in gratigen und kontrastreichen Abdrucken. Aus der berühmten Festbuch-Sammlung von Paul und Marianne Gourary.

VD 16, F 2207. - Mayer I, 89. - Ruggieri 927: "Très rare". - Watanabe S. 157. - Nicht bei Adams und im BM STC.

First German edition of the finest early printed book on tournaments. Fine and complete copy from the fêtebooks collection Gourary. With armorial woodcut titleborder, fullpage woodcut portrait of emperor Ferdinand I, large emblematical etching by J. Schlutpacher von Rauris, 1 fullpage woodcut of standard-bearer Heinrich the younger, Burgrave of Meissen, 7 large folding etchings (incl. 2 by Hanns Lautensack), 45 armorial woodcuts on 2 plates and woodcut printer's device at end. Contemp. limp vellum. - Title with waterstain and 18th cent. library stamp (unidentified), 2 leaves somewhat browned, last leaf with marginal wax stain, 4 plates with small tear in fold, 3 plates cropped close at one side, 1 quire and 1 pl. detached. Rear board and spine with few wormtraces, back inner hinge loosened. Well-preserved copy, the etchings in good impressions.

14
Hans von Francolin
Thurnier Buech. 1561
Estimate:
€ 12,000 / $ 14,040
Sold:
€ 16,800 / $ 19.656

(incl. 20% surcharge)